Nikolaus Gross Musical

Die Handlung des Musicals

Eine umfangreiche Inhaltsbeschreibung

Prolog
Tod Im Prolog erklingt das Tagesgebet aus der Messe für den Frieden. Wir schreiben das Jahr 1914. Das Gebet gilt dem gefährdeten Weltfrieden. Eine Lesung aus dem 13. Kapitel der Geheimen Offenbarung des Johannes erinnert an die Macht des Satans, der durch Gewaltherrschaft die Menschheit ins Blutvergießen treibt. Tänzerinnen symbolisieren die apokalyptische Zahl 666, indem sie todbringend die abgrundtiefe dämonische »Freude« an Menschenverachtung, Haß und Brutalität ausdrücken.
1914
Am 1. August 1914 ruft Kaiser Wilhelm II. vom Balkon seines Schlosses in Berlin den 1. Weltkrieg aus. Die Bevölkerung - durch »Preußens Gloria« militaristisch verblendet stimmt begeistert den Choral »Nun danket alle Gott« an. Nikolaus Groß ist zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Am 30. September 1898 wurde er als Sohn eines Zechenschmiedes in Niederwenigern geboren. Nach sieben Jahren Volksschule arbeitete er zwei Jahre als Stahlarbeiter in dem Blechwalzwerk »Von der Weppen« in Altendorf-Ruhr und während des 1. Weltkrieges als Schlepper auf der Zeche Dahlhauser Tiefbau, ab 1919 mit dem Befähigungszeugnis als Kohlenhauer auf der Zeche »Aufgottgewagt und Ungewiß«. Die harte Arbeit unter Tage und die kriegsbedingte Kohleförderung ersparen ihm einen Fronteinsatz. Trotz Schwerstarbeit und knapp bemessener Freizeit bildet sich Nikolaus Groß auf eigene Faust weiter.
Barbara Barbara, die Patronin der Bergleute, erscheint im Stollen vor Ort. Sie hält einen Kelch in der Hand, das Zeichen ihrer Liebe zur Gegenwart Christi im Sakrament. Sie ermutigt Nikolaus Groß - so wie sie selbst vor vielen hundert Jahren - das eigene Leben mutig anzupacken, auf Menschen zuzugehen und sich auf das Opfer der Eucharistie einzulassen
1918
Am 9. November 1918 dankt der Kaiser ab. Der Weltkrieg ist zu Ende. Ein neues Gesicht taucht am Horizont der Geschichte auf: Karl Marx. Atheismus und Materialismus prägen seine Philosophie. Die Kommunisten propagieren seine Lehre von der klassenlosen Gesellschaft und rüsten zum Klassenkampf gegen Kapitalisten und Imperialisten, gegen Aristokraten und Kirche. Auch Sozialisten bedienen sich seiner Gedanken. In Berlin strömen die Arbeitermassen zusammen und setzen eine rote Fahne auf das Brandenburger Tor."
Tanz
In dem Parteienwirrwar und dem Pluralismus der geistigen Auseinandersetzungen dieser Zeit ist Nikolaus Groß ein Mann der Mitte. Er ist Mitglied der Zentrumspartei, arbeitet als Gewerkschaftler zunächst in Oberhausen, in Essen, später auch in Bottrop und Gladbeck. Er glaubt an einen Staat, in dem jeder Stand mit entsprechendem Respekt voreinander seinen Platz hat und dem Wohl des ganzen Volkes dienen soll. Mit der gleichen Einstellung arbeitet in Düsseldorf Bernhard Letterhaus, der spätere Freund von Nikolaus Groß. Auch er hat sich in jungen Jahren auf eigene Faust weitergebildet mit dem Ziel, seinem Stand, der Arbeiterschaft, zu dienen.
Sylvester In diesen Jahren gründen Nikolaus Groß und Elisabeth Koch ihre Familie. Sie kennen sich schon flüchtig als Kinder des gleichen Dorfes und der gleichen Schule. Als junge Erwachsene begegnen sie sich in der damaligen Laienspielschar der KAB Niederwenigern. Bekannt ist uns als ein Datum ihrer liebenden Zuwendung der Silvesterabend 1920, den Nikolaus Groß in einem seiner Briefe ausdrücklich erwähnt.

Nikolaus Groß und Bernhard Letterhaus lernen sich kennen und schätzen durch ihre gemeinsame Arbeit in der Verbandsspitze der Westdeutschen Katholischen Arbeiterbewegung im Kettelerhaus in Köln. Beide wurden dort nahezu zeitgleich eingestellt, Nikolaus Groß als Journalist, Bernhard Letterhaus als Verbandssekretär. Beide profilieren sich je auf ihre Weise: Nikolaus Groß mit dem geschriebenen, Bernhard Letterhaus mit dem gesprochenen Wort.
Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und gegen die asoziale Behandlung der Arbeiterschaft gebraucht Nikolaus Groß in seinen Zeitungsartikeln Formulierungen, die wir genau so heute am Ausgang dieses Jahrhunderts in der Tagespresse wieder lesen können.
Auch im Kampf gegen den Nationalsozialismus nehmen Nikolaus Groß und Bernhard Letterhaus kein Blatt vor den Mund. Kurz nach der Machtübernahme der Nazis wird die WAZ (Westdeutsche Arbeiter Zeitung, das Organ der Katholischen Arbeiterbewegung) zeitweise verboten und später umbenannt in Ketteler Wacht.
reissen Die Demagogen der Nationalsozialisten haben leichtes Spiel. Die junge Demokratie mit ihrem Vielparteiensystem steht den Problemen der Zeit ohnmächtig gegenüber. Armut, Arbeitslosigkeit, Auslandshaß, Antisemitismus und Nationalgefühl erwecken die Sehnsucht nach dem starken Mann, der für Ordnung und Stabilität im Lande sorgt, dem Ausland sagt, wo es längs geht und das Judentum in die Schranken weist. Die Dämonie des Rechtsradikalismus beginnt: es wird randaliert, geistige Güter werden zerissen und verbrannt, später auch Häuser und Menschen.
1933
Am 30. Januar 1933 wird Hitler Reichskanzler. Seine Partei feiert dieses Ereignis als »Machtübernahme« mit einem riesigen Fackelzug durchs Brandenburger Tor. Ihr Kampflied: »Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen«.
Mainz Als eindrucksvolles Zeichen des inneren Widerstandes gegen das Hitlerregime strömen 1934 in einer riesigen Glaubensfahrt über 100.000 Arbeiter aus dem ganzen Reich zum Grabe des Gründers der KAB, Wilhelm Emanuel Freiherr von Ketteler, im Dom zu Mainz. Das »Ruhrgebiet« bringt in einer Grubenlampe die »Kettelerflamme« mit, die im Kesselhaus einer Zeche in Duisburg-Walsum entzündet wurde. Der Beginn der Festlichkeiten verzögert sich, weil die Rede Hitlers zur »Rechtfertigung des Röhmmordes« öffentlich übertragen wurde. Die Gläubigen übertönten die Lautsprecher durch immer stärker werdendes Rosenkranzgebet.
1934
Taufe wird als sechstes Kind der Familie Groß Sohn Bernhard geboren. Durch die gemeinsame Arbeit in der Verbandsspitze der KAB erfuhren Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus und Otto Müller in schwerer Zeit sehr deutlich ihre geistige Verwandtschaft, die sie zu guten Freunden werden ließ. Bei der Taufe von Sohn Bernhard führt diese Freundschaft zu einer geistlichen Verwandtschaft: Der Pate des Täuflings ist Bernhard Letterhaus, von ihm hat er seinen Namen. Der Taufpriester ist Prälat Otto Müller.
Heil Die Kinder der Familie Groß müssen wegen ihrer christlichen Lebensweise Spott und Haß von ihren Lehrern und Klassenkameraden ertragen. Sie werden beschimpft als \„Hebräerpack" und geraten mit ihren Altersgenossen aneinander. Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme kommt es zu vielen Verhaftungen, Verschleppungen und öffentlichen Demütigungen von bis dahin unbescholtenen Bürgern. Man will sich an den politischen Gegnern rächen, sie mundtot machen und zugleich die Bevölkerung einschüchtern. Eine Methode bestand darin, die Betroffenen zu schlagen, ihnen ein gehässiges Schild umzuhängen und sie mit aufgespanntem Regenschirm durch die Straßen zu treiben. So ist es auch in Mülheim-Dümpten geschehen. Besonders bekannt geworden ist der Fall Hirtsiefer aus Essen.
Sieben Kinder um einen Tisch Nikolaus Groß ist seiner Frau ein liebender Ehemann und seinen Kindern ein liebender Vater. 1943 schreibt er ein wunderschönes Buch: Sieben Kinder und ein Tisch. Dort schildert er den Reichtum seines Familienlebens, spricht vom Wert und der Würde der Kinder und von der Hoffnung auf eine gute Zukunft.
1943
Das dämonisierte Volk glaubt das Heil im Führer zu finden. Mit fanatischem Jubel fordert es den totalen Krieg, in dem es selbst untergeht.
Inzwischen formiert sich im Geheimen massiver Widerstand. In der Wohnung Groß im Kettelerhaus in Köln treffen sich Männer, die über eine neue Regierung des deutschen Reiches nachdenken, wenn Hitler beseitigt ist.
Bernhard Draußen im Dunkel des frühen Abends spielt der 8-jährige Bernhard, der jüngste Sohn von Nikolaus Groß, vor dem Kettelerhaus. Er darf nicht wissen, daß sein Patenonkel Bernhard Letterhaus auch zu einer Widerstandsgruppe gehört. Letterhaus ist Offizier im Oberkommando des Heeres in Berlin. Aber Bernhard erkennt seinen Patenonkel, als dieser die Wohnung verläßt und an seinem Patenkind vorbeihuschen will. Bernhard wird von seiner Mutter ins Bett geschickt und in der gleichen Nacht noch vom Vater unter dem Siegel der Verschwiegenheit aufgeklärt.
Auf der Zentralversammlung der KAB in Fulda am 20. Juli 1944 wird Nikolaus Groß vom Diözesanpräses der KAB Paderborn, Dr. Schulte, gewarnt und gebeten, an seine Familie zu denken. Seine Antwort steht für sein ganzes Leben: »Wenn wir nicht unser Leben einsetzen, wie können wir dann vor Gott und unserm Gewissen bestehen!« Die Nachricht vom mißglückten Anschlag auf Hitler lähmt die Versammlung. Es ist das »Aus« für viele Widerstandskämpfer und für das ganze Volk.
Verhaftung Daheim erhält Nikolaus Groß die Nachricht, daß sein Freund Bernhard Letterhaus verhaftet worden ist. Diese Nachricht will er sofort Frau Letterhaus überbringen. Als er deshalb in den Hunsrück fährt, beobachtet ihn die Gestapo.

Am 12. August 1944 wird Nikolaus Groß in seiner Wohnung im Beisein von den Kindern Berny und Leni verhaftet. Berny trägt später in den Kalender ihres Vaters die fünf Worte ein: »Vater geholt. 1½ Uhr mittags.«

Seine Frau sucht ihn vergeblich und bittet um Auskunft bei der Gestapoleitstelle in Frankfurt. Schließlich schreibt sie an die Hauptdienststelle der Geheimen Staatspolizei in Berlin. Nikolaus Groß hat man zunächst zum Verhör in die Polizeischule nach Drögen bei Fürstenberg/Mecklenburg Nähe Ravensbrück gebracht.
Verhör Der dort für seine Verhör- und Foltermethoden gefürchtete Kriminalrat Lange will aus Nikolaus Groß Geständnisse und Namen herauspressen. Nikolaus Groß wird mit Stiefeln getreten und muß Verhör und Folter ertragen.

An seinem 46. Geburtstag teilt Nikolaus Groß mit, daß er in das Gefängnis nach Berlin-Tegel verlegt worden ist. Häufig wird ihm die Hl. Kommunion insgeheim in die Zelle gebracht. Das Sakrament gibt ihm die Kraft, mit seinem Schicksal fertig zu werden.

Es gelingt Frau Groß, ihren Mann vor Weihnachten zu besuchen. Die älteste Tochter Bernie ist mitgefahren. Frau Groß hatte sich von einer Nachbarin wegen des kalten und nassen Winters Stiefel für Berny geliehen. Nikolaus Groß wird beim Anblick der Stiefel an Folter und Verhör erinnert. Bei diesem Besuch überreicht Bernie ihrem Vater ein trostvolles Gedicht, das seine Tochter Marianne geschrieben hat.
Bunker Als die beiden sich verabschieden wollen, überrascht ein Luftangriff die Stadt Berlin. Die Besucher des Gefängnisses flüchten in einen Keller. Auch der Stadtteil Tegel wird von den Bomben getroffen. Viele Gefangene verbrennen, gefesselt in ihren Zellen. Wie durch ein Wunder bleibt der Keller verschont. Im Bombenhagel betet Frau Groß zur Gottesmutter Maria. Viele im Keller stimmen mit ein und empfinden das Gebet als Hilfe in der Not. Eine evangelische Frau, die das Gebet als »Rosenkranz« bezeichnete, bedankt sich bei Frau Groß.

Am Heiligen Abend 1944 sitzt Frau Groß gedankenversunken in ihrer Wohnung. Im Hintergrund der zerbrochene Familientisch. Sie denkt an Klaus, den ältesten Sohn, der - verschickt als junger Soldat an die Ostfront - nun schon fast zwei Jahre vermißt wird. Da erreicht sie der Weihnachtsgruß ihres Mannes.
1945
Tanz Nach dem Ende des Krieges werden die fürchterlichen Greueltaten der Nazizeit in ihrem horrenden Ausmaß offenbar. Es scheint ein Sieg der satanisch-dämonischen Kräfte im Menschen. Viele versuchen zu ignorieren, zu verdrängen und zu vergessen. Wer will die Schuld tragen? Noch wenige Wochen, Tage und Stunden vor dem Ende des Krieges wird geschossen, verurteilt und gemordet. Hoffen die einen auf Befreiung durch die Siegermächte, vernichten die andern auch im letzten Augenblick noch viele Menschenleben aus Haß und Rache, wo sie nur können.
Freisler Roland Freisler, der Präsident des Volksgerichtshofes, verurteilt Nikolaus Groß am 15.1.1945 wegen Hoch- und Landesverrates zum Tode. Die Nazis hatten den Volksgerichtshof in Berlin eingerichtet, um sich mit diesem Instrument der politischen Gegner zu entledigen. Die dort geführten Prozesse waren Schauprozesse und wurden von dem Zyniker und Hysteriker Freisler schreiend und brüllend inszeniert. Freisler selbst kam nur kurze Zeit später bei einem Bombenangriff auf den Volksgerichtshof durch einen niederstürzenden Dachbalken ums Leben.
Besuch Frau Groß konnte ihren Mann am 18.1.1945 noch einmal kurz besuchen. Sie sucht Hilfe beim Apostolischen Nuntius. Kurz und knapp wird sie abgewiesen. Sie richtet ein Gnadengesuch an den Justizminister Thierack. Alle Bemühungen schlagen fehl oder kommen zu spät. Nikolaus Groß wurde am 23.1.1945 »hingerichtet«, mit ihm 9 weitere Widerstandkämpfer. Pfarrer Buchholz verbarg sich in einer Nische und segnete jeden einzelnen, als sie zur Hinrichtungsstätte schritten.

Aus dem Abschiedsbrief von Nikolaus Groß wissen wir, daß er seinen Tod - ergeben in Gottes Willen - angenommen hat. Die mystische Begegnung mit der Hl. Barbara stellt ihn nun in die Reihe der Märtyrer.

2001
Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II in Rom.
Epilog
Mit dem letzten Kapitel der Geheimen Offenbarung des Johannes schauen wir in eine gute Zukunft und singen ein Lied der Hoffnung.
Epilog

Text: Manfred von Schwartzenberg
Fotos: Gottfried Jaax und Burkard Kölsch

Zu den Fotos:
Um Ihnen einen realistischen Eindruck zu vermitteln, wurden Aufnahmen während der Vorstellung ohne Blitz gemacht. Dadurch haben sie nicht die absolute Schärfe, aber eine um so natürlichere Aussage.

 

Wie es zu unserem Musical kam

Im März 1997 besuchten einige Mitarbeiter unserer Gemeinde einen Vortrag in Oberhausen, wo Bernhard Groß über das Leben seines Vaters berichtete. Davon tief beeindruckt, hörte unser Pastor Manfred von Schwartzenberg kurz darauf die Bitte unseres Bischofs, daß sich die Gemeinden unseres Bistums dem Gedenken dieses Mannes widmen sollten, und beschloß daraufhin, in der Gemeinde ein größeres Projekt anzugehen. Nach vielen Vorüberlegungen beschlossen wir dann gemeinsam, daß es ein Musical werden sollte. Den Text schrieb unser Pastor, und die Musik dazu wurde vom Kirchenmusiker der Gemeinde geliefert. Da nur wenige der Mitwirkenden von auswärts kamen, kann man sogar von einem "Gemeindemusical" sprechen. Die weit über hundert Beteiligten probten nun als Schauspieler, Sänger, Statisten, Techniker, Musiker, Bühnen- und Maskenbildner etc. fast ein ganzes Jahr lang, bis es dann im September des Jahres 1998 zum 100. Geburtstag zur Uraufführung kam. Bis zum Ende des Jahres 1999 spielten wir 17 mal in unserem Pfarrsaal und vier mal in der Aula der BMV-Schule in Essen vor einem immer vollen Haus. Als es dann im Oktober 2001 zur Seligsprechung kam, wurden wir von unserem Bischof eingeladen, die Gebetsnovene des Bistums mit einer Aufführung in der Essener Grugahalle abzuschließen. Im Januar 2002 waren in Zusammenarbeit mit der KAB Berlin zwei weitere Aufführungen in Berlin-Plötzensee in der Kirche Maria Regina Martyrum nahe seiner Hinrichtungsstätte in Gedenken an seinen Todestag, den 23. Januar 2002. Im November spielten wir dann zwei mal in der kurz zuvor profanisierten Marienkirche in der Stadtmitte von Bochum. Und die bisher letzten Aufführungen waren wieder in unserer Heimatgemeinde St. Barbara in Mülheim, diesmal in einer Inszenierung für die Kirche, wo es dann erstmals in die dritte Dimension ging, da die Orgelempore als Oberbühne durch zwei Treppen mit der Hauptbühne verbunden wurde.

Eine Chronik der Aufführungen finden Sie bei den Presseberichten.

Warum ein Musical?

Warum dieser Versuch:

  1. Um die Gemeinde St. Barbara Mülheim-Dümpten durch kreative Einbindung möglichst vieler Kräfte unterschiedlichsten Alters an diese Persönlichkeit unserer Zeit,Nikolaus Groß, heranzuführen.
  2. Um auf die vor uns liegende Seligsprechung aufmerksam zu machen.
  3. Um diesen Mann unseres Jahrhunderts und unserer Heimat in seiner geistlichen und politischen Aktualität darzustellen.
  4. Um in der Firmvorbereitung des gesamten Stadtdekanates 1998 ein anschauliches Beispiel christlichen Lebens unserer Zeit zu aktualisieren.
  5. Um diesen Märtyrer unserer Zeit - und mit ihm seine Leidensgenossen - zum 100. Geburtstag, am 30. September 1998, entsprechend zu ehren.

Warum ein Musical:

  1. Es gibt heute tragische und dramatische Stoffe, die sich dieser Form bedienen und sie zu einem würdigen Medium gemacht haben (z.B. Les Miserables).
  2. Diese Mischform aus Sprache, Schauspiel, Musik, Gesang, Soli und Chören ohne den Anspruch höchster Kunstform und perfekter Ausführung ist für uns Laien leistbar.
  3. Diese Form spricht alle Generationen an, inbesondere auch die junge. Wir möchten Kinder und Jugendliche bewußt miteinbeziehen, insbesondere die Firmlinge unserer Pfarrei und des Stadtdekanates.
  4. Wir hoffen - wenn unser Vorhaben gelingt - daß auch andere Gruppen im Bistum sich fiir unser Projekt interessieren und unsere Mühe ein kleiner Beitrag wird, den Blick auf Nikolaus Groß zu lenken.

Die Struktur des Musicals:

Prolog und Epilog

Die gesamte Handlung ist eingebettet in die Dämonie des Bösen, in der sich die Heiligen bewähren.

Zeitansagen

Die Zeitansagen gliedern das Musical in historische Zeiträume, die die oben erw. Dämonie aktualisieren für die jeweiligen Zeitabschnitte.

Manfred von Schwartzenberg, Pastor

 

Nikolaus Groß – Das Musical in Berlin

Auf Einladung von Kardinal Sterzinsky spielten wir im Mai 2003 zum zweiten Mal in Berlin, diesmal anlässlich des 1. ökumenischen Kirchentages Die Besonderheiten der Berliner Inszenierung
Die Besucher unseres Musicals vor der Gedenkkirche
Etwa 1100 Besucher kamen zu unseren vier Aufführungen in der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum am Heckerdamm in der Nähe der Gedenkstätte Plötzensee, wo Nikolaus Groß 1945 hingerichtet wurde.

Die Techniker verdunkeln die Kirchenfenster

Die Vorbereitungen:


Unser eigenes Vorbereitungsteam mit 18 Personen traf schon am Montag vormittag in Berlin ein, drei Tage vor der ersten Aufführung. Ein großer LKW war dabei, vollgestopft bis obenhin mit unserem Equipment. Sofort wurde begonnen, die große Bühne aufzubauen, die Beleuchtung und Tontechnik zu installieren, etliche hundert Meter Kabel zu verlegen und die Kirche komplett abzudunkeln - die Fenster wurden übrigens mit etwa hundert Metern Teichfolie verhangen. Das Pfarrbüro unserer Gemeinde unterhielt in den sieben Tagen in Berlin eine eigene Nebenstelle. Etwa 150 Mitwirkende und einige Gäste trafen dann am Donnerstag mittag ein, verteilt auf drei Reisebusse und einige PKW. In konzentrierter Eile wurden nun noch die Licht- und Tonverhältnisse mit den Darstellern und Musikern genau abgestimmt, bevor um 18 Uhr ein allgemeines Abendessen war, das die gastgebende Gemeinde - wie im letzten Jahr auch - in grandioser Weise an diesem und den nächsten Abenden für uns vorbereitet hatte. Die ersten Zuschauer kamen dann schon um 19 Uhr, und alles war bereit für die erste Vorstellung.

Die Ursprungsbesetzung des Musical-Orchesters wurde für die Aufführungen in Berlin erweitert mit einem Streicherorchester und einer Oboe.
Unser Orchester

Von links nach rechts: Réjane Kutscha (Geige), Gerd Schäfer (Bass), Maria Koppitz (Geige), Guido Heller (Posaune), Susanna Machowinski (Geige), Claudia Kämpgen (Geige), Peter Douglas (Horn), Susanne Schuster (Geige), Ingo Jülicher (Trompete), Matthias Büchel (Klarinette), Hanna Koppitz (Oboe), Eva-Maria Kuenen (Bratsche), Carsten Völker (Flöte), Laura Escanilla Rivera (Bratsche), Ricarda Büchel (Cello), Nina van Hüth (Percussion), Anne Machowinski (Piano). Nicht dargestellt ist Matthias Meier (Gitarre).

Weitere Fotos zu den Aufführungen finden sie hier.

   

Nikolaus Groß Musical in Berlin

Epilog in Berlin Hier an diesem Ort und in der nahegelegenen Gedenkstätte Plötzensee festigten sich 1998 in etlichen unserer Gemeindemitglieder die geistlichen Wurzeln auf dem Weg mit Nikolaus Groß. Drei Berlinfahrten hatten wir damals hierhin gemacht. Ohne diese Verankerung in der Authentizität der Ereignisse von damals, die hier bedrückend, aber auch erlösend symbolisiert sind, wäre unser Durchhaltevermögen und der Erfolg unseres Musicals undenkbar. Von diesem Bild inspiriert ist unser Musical eingebettet in Texte der Geheimen Offenbarung. Am Anfang die Visionen der Weltenbedrohung durch die Mächte des Bösen und der Finsternis, eine Vision, die die Menschheit in ihrer Geschichte als fürchterliche Realität immer wieder erfährt. Am Ende die Vision der Macht Gottes. Sie zersprengt die Finsternis und lässt das helle Licht der erlösten Schöpfung aufstrahlen. Das monumentale Bild zeigt, wie das Licht die schweren Quader der Finsternis auseinanderreißt und im Licht der neuen Schöpfung Gottes Allmacht erscheint (das klassische Gottessymbol Auge). Christus, bekommt die Herrschaft übertragen (das Lamm) und der Geist des Herrn erfüllt das All (die Feuerzungen). Im Gericht Gottes wird alles Böse abgeschnitten und vernichtet (das Symbol des göttlichen Strafgerichtes, die Sichel). Am 25. und 26. Januar 2002 wurde vor dieser Wand die 25. Vorstellung unseres Musicals in einer neuen Inszenierung dargeboten. Wir verzichteten auf eine Leinwand als Hintergrund und hofften, daß die Zuschauer die Szenen des Spiels als Verkündigung einer guten Botschaft auf dem Hintergrund der Geheimen Offenbarung des Johannes erkannten. Am Samstag waren nicht genug Sitzplätze vorhanden. Kardinal Sterzinski, der sich die (eigentlich letzte) Vorstellung ansah, war von der Art der Darstellung so begeistert, daß er uns einlud, auf dem kommenden Ökumenischen Kirchentag im Sommer 2003 in Berlin das Musical erneut aufzuführen. Insgesamt fuhren aus unserer Gemeinde im Januar 250 Leuten nach Berlin.

Manfred v. Schwartzenberg, Pastor

Gedenkstätte

An der Gedenkstätte der Opfer des Nationalsozialismus gedachten wir und einige Abordnungen der KAB-Berlin in einer Andacht des Seligen Nikolaus Groß und aller Opfer des Naziregimes.

Gedenkstätte

An der Hinrichtungsstätte in Berlin Plötzensee entzündeten wirneben dem Blumenbukett eine Kerze mit der Aufschrift: "Seliger Nikolaus Groß, bitte für uns". Für das Bistum Essen stellte Prälat Heinrich Heming dort ebenfalls ein Blumenbukett auf.

Predigt

Das Pontifikalamt zu Ehren des Seligen Nikolaus Groß am Sonntag in der Kirche Maria Regina Martyrum wurde in Konzelebration mit Kardinal Sterzinski gefeiert.

alle Fotos: Gottfried Jaax

"Ihr seid ein Segen"

Mit diesen Worten bedankte sich eine Dame für unsere Aufführungen in Berlin. Und sie fügte hinzu: "Leichter gesagt als getan; das Musical darf nicht sterben. Es schlägt so hohe Wellen des Glaubens." Unser Pfarrgemeinderatsvorsitzender, Herr Illigen, entzündete im Hinrichtungsraum Plötzensee die Kerze unserer Gemeinde. Kardinal Sterzinsky, von seinen "Getreuen" nach den Erlebnissen am Freitag wohl eiligst zur Samstagsvorstellung herbeigerufen, lud uns ein zum Ökumenischen Kirchentag 2003 nach Berlin. Die Karmelitinnen und die Gemeinde Maria Regina Martyrum schenkten unserer Gemeinde St. Barbara im Pontifikalamt, das wir am Sonntag mit Kardinal Sterzinsky feierten, eine selbst gemachte Osterkerze für das Jahr 2002. Sie zeigt im Zentrum des Kreuzes die Fensterbögen der Hinrichtungsstätte. Die Gemeinde Maria Regina Martyrum plant, uns in Mülheim zu besuchen. Diese Zeichen der geistlichen Zuwendung und Anerkennung sollten uns veranlassen, für diese Erlebnisse dankbar zu sein und uns die Anrufung der Fürsprache des Seligen Nikolaus Groß für unseren persönlichen Glauben zu eigen zu machen.

"Ihr sollt ein Segen sein"

Ob die Dame (siehe oben) wusste, dass der Ökumenische Kirchentag in Berlin - vom 28. Mai bis 1. Juni 2003 - unter diesem Leitwort steht? Nach Ansicht der Veranstalter, des Deutschen Evangelischen Kirchentages und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, kommen in dem Leitwort eine Verheißung und ein Zuspruch ebenso zum Ausdruck wie ein Auftrag und Anspruch, unter dem evangelische und katholische Christen 2003 in Berlin miteinander über ihre Verantwortung für die Welt und über ihren Glauben sprechen wollen.

Manfred v. Schwartzenberg, Pastor

Bilder vom Januar 2002

Bilder von unserem Musical in Berlin im Mai 2003

 

Zu den Aufführungen vom 18. und 19. Januar 2013

Sehr geehrter, lieber Herr Pfarrer von Schwartzenberg. 

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Email, über die ich mich sehr gefreut habe. Die Teilnahme an der Aufführung des Nikolaus-Groß-Musicals hat mich nicht nur wegen der Predigt, die ich am Gedenktag des Seligen Nikolaus Groß gehalten habe, inspiriert. Vor allem deshalb, weil so viele Ehrenamtliche aller Altersstufen mitwirken und das Musical ein gelungener Versuch nicht alltäglicher Verkündigung darstellt. Das alles macht mich sehr dankbar für diese großartige Initiative in unserem Bistum! Richten Sie bitte allen Mitwirkenden nochmals meinen herzlichen Dank und alle guten Segenswünsche für jede und jeden persönlich aus. 

Ihnen und der Pfarrei alle guten Wünsche und viele Grüße aus dem Essener Bischofshaus. 
Ihr
+ Dr. Franz-Josef Overbeck
Bischof


Die Predigt unseres Bischofs Dr. Franz-Josef Overbeck beim Pontifikalamt am Gedenktag des Seligen am 23. Januar 2013 nach dem Besuch unseres Musicals:

"Heute Zeugnis von der Bedeutung eines Märtyrers zu geben, der sich nicht sofort in seinem Lebensprogramm den Zeitgenossen erschließt, stellt vor große Herausforderungen. Die Pfarrei und Gemeinde St. Barbara in Mülheim, die ich im vergangenen Herbst visitiert habe, stellt sich auf ungewöhnliche, aber immer wieder vor allem auch junge Leute anziehende Weise dieser Aufgabe. Sie führt alljährlich das Musical „Nikolaus Groß“ auf. Eine beeindruckende Aufführung am vergangenen Freitag habe ich besucht."

Lesen Sie den ganzen Predigttext als PDF über:

http://www.bistum-essen.de/start/news-detailansicht/artikel/mut-haben-verantwortung-zu-uebernehmen.html

oder unseren Download : http://www.barbarakirche.de/Download/NG_Predigt_Bischof.pdf

Liebe Frau Timmer,
Lieber Pfr. von Schwartzenberg.
Wieder einmal durften wir am vergangenen Samstag in Ihrer St. Barbara-Kirche eine ergreifende Aufführung des Musicals über den sel. Nikolaus Groß erleben. Unsere Teilnehmer waren von der Person und dem Musical sehr bewegt und angetan. Das ist echte Evangelisierung in moderner, zeitgemäßer Form. Danke dafür allen Beteiligten und engagierten Gemeindemitgliedern!
Damit sich auch weiterhin viele vom Glauben und Leben des Seligen und der Begeisterung einer Gemeinde anstecken lassen, möchte ich - wie schon angekündigt - für den Samstag, den 18. Januar 2014, wieder neun Karten bestellen. Bei der Begeisterung vom Samstag könnte es sein, dass es ein paar Leute mehr werden. Dann melde ich mich noch.
Bis zum nächsten Wiedersehen dann im Januar nächsten Jahres!

Herzliche Grüße!
Ihr
Reinhard Lenz, Pfr.

Liebe Frau Timmer,
wir haben den gestrigen Abend mit 12 Personen (Familie und Freunde) in Ihrer Kirche verbringen und bei der Aufführung des Nikolaus Groß-Musicals dabei sein dürfen.
Wir waren nun zum zweiten Mal dabei, jedoch nicht minder beeindruckt vom Zusammenwirken der "großen und kleinen Stars" Ihrer Gemeinde. Geschichte und die christliche Botschaft Ihres Musicals sind in dieser Form einzigartig bearbeitet und dargestellt.
Ihre Gemeinde hat etwas Großartiges geleistet, und die Zahl der Mitwirkenden spricht für einen außergewöhnlichen Zusammenhalt. Wir waren wieder begeistert und gleichermaßen berührt.
Dafür danken wir Ihnen und allen Mitwirkenden.
Auch bei der nächsten Aufführung möchten wir dabei sein. Liebe Frau Timmer, reservieren Sie uns bitte (mindestens) 12 Karten, vorzugsweise in Block A, Reihe 3 oder 4 ?

Herzliche Grüße
Ihre
Bernhard & Susanne Witfeld


 

 

Noch einmal ein Dankeschön

stellvertretend für die vielen positiven Reaktionen, Emails und Briefe

 

Ganz herzliche Grüße aus Kempen sendet Ihnen Walter Simon. Es ist mir ein echtes Bedürfnis Ihnen und allen Menschen, die an und in dem Musical Nikolaus Groß mit­gearbeitet und mitgewirkt haben, einen Brief zu schreiben. Irgendwann hatte ich mir die 3. Auflage des Buches „Sie­ben um einen Tisch“ gekauft. Dieses Buch hat mich nie losgelassen. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich darin ge­lesen habe. Angeregt durch den Priester Markus Pottbä­cker aus Essen habe ich mich dann näher für Nikolaus Groß interessiert.

Im Sommer 2012 waren meine Frau und ich in Niederwe­nigern. Dort konnten wir an einer Kirchenführung in der St. Mauritius-Kirche teilnehmen und das Nikolaus Groß Haus besichtigen. Für uns Beide war es ein sehr gutes Erlebnis, sodass ich mich weiterhin für Nikolaus Groß interessierte.

Meine Frau Anne, meine Enkeliln Lina Marie und ich hat­ten das ganz große Glück am Freitag, dem 18. Januar 2013, in der Barbarakirche und Mülheim mit dabei zu sein, als sie das Musical „Nikolaus Groß“ aufführten.

Zunächst sage ich Ihnen herzlichen Dank für die Eintritts­karten, die Sie mir ja schon sehr rechtzeitig zuschickten. Wir drei hatten auch in der Kirche einen ganz tollen Platz.

Alle Menschen, ob klein oder groß, ob Kind oder erwach­sen, ob auf der Bühne oder hinter der Bühne, Sie alle ha­ben etwas geleistet, was ich in Worten nicht zu beschrei­ben mag.

Es wird für uns drei ein unvergessliches Ereignis bleiben. Wir verneigen uns vor Ihrer aller Leistung und sagen ganz, ganz herzlich --- Danke----.


zu den Aufführungen am 20./21. Januar 2012

Sehr geehrter Pfarrer der Gem. St. Barbara,
sehr geehrte Mitwirkende - vor und hinter den Kulissen - zum Musikal N. Groß,

ich war am Freitag in Ihrer Aufführung und bin sehr beeindruckt, welch modernes Passionsspiel sie entwickelt haben und pflegen.
Die Widerstandskämpfer sind wert, sich ihrer zu erinnern und haben uns auch heute noch etwas zu sagen. Vor circa anderthalb Jahren war ich für fünf Tage in Berlin auf deren Spuren unterwegs: Das Wohnhaus der Bonhoeffers, die Gedenkstätte im Bendlerblock, die Hinrichtungsstelle Berlin-Plötzensee, das Museum "Topographie des Terrors", das Museum der kleinen Helden ...
Was von ihrem Stück so richtig in mir nachhallt ist: Dass Gott in der Nacht zur Welt kam. Das klingt im Zusammenhang mit dieser Lebenbiographie noch eben etwas anders.
Leider vertat man die Chance, beide (auch seine Frau Elisabeth) selig zu sprechen.
Können Sie mir mitteilen, ob der älteste Sohn den Krieg überlebte? Welche Biographie können Sie mir empfehlen - in dem auch Bezug genommen wird, was aus den Kindern wurde, wie Frau Groß weiterlebte?
Ihnen allen ganz herzlichen Dank für dieses Musikal, ich habe es für das nächste Jahr bereits weiterempfohlen.

Beate Wittenbrink

 

Liebe Frau Timmer,
es war wieder tief beeindruckend und unbeschreiblich bei Ihnen. Ihnen und allen Beteiligten und Ihrem Pastor dafür ganz herzlichen Dank!
Wissen Sie schon die Termine für 2013 ? Ich habe schon wieder drei Anmeldungen.
Herzliche Grüße aus dem Siegerland!

Ihr Pfarrer Reinhard Lenz von der KAB Olpe-Siegen

 

 

 

zur Jubiläumsaufführung am 30. September 2011 in der Gebläsehalle in Hattingen

Jubiläum im doppelten Sinne: Nikolaus Groß wurde vor 10 Jahren (7. Okt. 2001) seliggesprochen. Das Musical - gespielt seit 1998 - erlebte seine 60. Aufführung am 113. Geburtstag des Seligen.

Dr. Uebing schrieb:

Zunächst einmal möchte ich allen Beteiligten zu der wirklich großartigen Aufführung am vergangenen Freitag gratulieren – eine meisterhafte Aufführung, aber keine leichte Kost. Ich hatte schon einmal die Gelegenheit, Ihr Musical zu sehen, als einer der Fünftausend in der Grugahalle.

Nikolaus Groß – ein Mann mitten aus dem Revier – wurde am 30. September 1898 in Niederwenigern (heute ein Stadtteil von Hattingen) als Kind einer Bergarbeiterfamilie geboren. Er gilt als Repräsentant – vielleicht als der Repräsentant – des Ruhrgebietskatholizismus, geprägt durch seinen tiefen christlichen Glauben – angetrieben von seiner innersten Überzeugung, mit den Mitteln der Demokratie die Interessen der Arbeiterschaft im Staat zu Gehör und zur Geltung zu bringen. Schon 1930 warnte er eindringlich als Redakteur der Westdeutschen Arbeiterzeitung vor dem aufkeimenden Nationalsozialismus: „Wir lehnen als katholische Arbeiter den Nationalsozialismus nicht nur aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern entscheidend auch aus unserer religiösen und kulturellen Haltung entschieden und eindeutig ab" (Westdeutsche Arbeiterzeitung WAZ vom 6.9.1930).

Nikolaus Groß engagierte sich im politischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Obwohl er am Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 nicht beteiligt war, wurde er am 12. August 1944 verhaftet, vom Volksgerichtshof unter Freisler am 15. Januar 1945 zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 von den Nationalsozialisten in Plötzensee ermordet.

Am 7. Oktober 2001 wurde Nikolaus Groß von Papst Johannes Paul II im Petersdom in Rom selig gesprochen. Im Vorfeld der Seligsprechung keimte und wuchs innerhalb der St. Barbara-Gemeinde in Mülheim-Dümpten die Idee, dem Leben, Wirken und Martyrium des Nikolaus Groß in Form eines Musicals zu gedenken. Der Pfarrer Manfred von Schwartzenberg schrieb die Texte und führte Regie, der Kirchenmusiker Burkard Maria Kölsch komponierte die Musik, Claudia Schäfer bearbeitete die Choreographie, und weit über hundert Mitglieder und Gäste der Gemeinde machten mit – als Schauspieler, Sänger, Statisten, Techniker, Musiker, Bühnen- und Maskenbildner... Nach einem Jahr des Probens fand die Uraufführung zum 100. Geburtstag von Nikolaus Groß am 30. September 1998 im Pfaarsaal St. Barbara in Dümpten statt. Viele weitere Aufführungen im engen Pfarrsaal folgten, bis auf Wunsch des Bischofs das Musical als Höhepunkt der Feierlichkeiten zur Seligsprechung von Nikolaus Groß im Bistum Essen vor 5000 Zuschauern in der Grugahalle aufgeführt wurde.

 

Am Abend des 30. September 2011 wurde das Nikolaus-Groß-Musical erstmalig in der Heimatstadt des Nikolaus Groß im Beisein seines jüngsten Sohnes Bernhard Groß in der Gebläsehalle der Henrichshütte Hattingen unter Mitwirkung zweier Schülerinnen der Gustav-HeinemannGesamtschule aufgeführt. Hanna Schuhmacher (Jahrgangsstufe 12) spielt Nikolaus Groß älteste Tochter Bernhardine Elisabeth (Berny). Ihre - auch im richtigen Leben - jüngere Schwester ??? spielt die Rolle der Liesel Groß. Es war die sechszigste und eine der beeindruckensten Aufführungen in der nun 13-jährigen Geschichte des Musicals. Viel Prominenz aus der Lokal- und Landespolitik konnte Pfarrer Winfried Langendonk, der Pfarrer der Veranstaltungspfarrei St. Peter und Paul in Hattingen zusammen mit dem Pastor der Heimatgemeinde des Nikolaus Groß, St. Mauritius Niederwenigern, begrüßen. 750 Gäste und 150 Mitwirkende gedachten des 113. Geburtstages sowie des 10. Jahrestages der Seligsprechung von Nikolaus Groß. Sie erlebten eine künstlerisch und technisch meisterhafte Aufführung - allerdings keine leichte Musical-Kost, keinen seichten Abend, ganz im Gegenteil, schwer Verdauliches, eigentlich Unvorstellbares, ja Übermenschliches, das Leid das Nikolaus Groß und seine Familie auf sich nahmen. Kein Happy End à la Rosamunde Pilcher, aber eine starke, wenngleich leise Botschaft, die Pfarrer Manfred von Schwartzenberg in folgende Worte gießt:

in menschenverachtender, gottloser Zeit hab Mut
das Reich des Satans kommt und geht alles wird gut
man schlägt dich wund und schleppt dich vor den Richter
Ohnmacht und Hass bringen dich um sei stark, mein und dein Blut bleiben nicht stumm.

 

Dr. Christian Uebing, Essen

 

Stimmen zu den Aufführungen vom 21. und 22. Januar 2011

Sehr geehrter Herr Pfarrer Manfred von Schwartzenberg,
als Teilnehmerin der Autorengruppe von Manfred Wrobel, möchte ich mich recht herzlich für die Einladung zu dem Musical „Nikolaus Gross“ bedanken. Es war und bleibt für mich ein unvergessliches Erlebnis. Die Handlung dieser Geschichte hat mich entsetzt! Jedoch bin ich auch der Meinung, dass man vor dem Vergangenen die Augen nicht verschliessen darf. Ich bin Gott dankbar, dass er mich vor den Erlebnissen geschützt hat und mich erst im Jahr 1954 das Licht der Welt erblicken liess.
Umso beeindruckender waren die Geschehnisse, die ich an diesem Abend, wiedergespiegelt durch die hervorragenden Künstler, und die ich sonst nur aus Erzählungen meiner Eltern kannte, erleben durfte.
An dieser Stelle nochmals mein herzlichster Dank.
Mit freundlichen Grüssen aus dem Rheinisch-Bergischen Burscheid
Christiane Rühmann


Liebe Musical-Mitwirkende der Pfarrgemeinde St. Barbara in Dümpten,  wir haben am Freitag die Aufführung des Musicals besucht und möchten uns noch einmal herzlichst für diese grandiose Vorstellung bedanken. Gerade auch der erste Akt  mit seiner äußerst intensiven Vermittlung  der historischen Abläufe hat uns sehr beeindruckt; so manche Profi-Aufführung, die an großen Bühnen für viel Geld inszeniert wird, kann da kaum mithalten.
Es war eine beeindruckende und begeisternde Aufführung. Das große Engagement
und die Professionalität der Musical-Mitwirkenden der Pfarrei Mülheim –Dümpten
sind zu bewundern.
Dass sich  so viele Menschen ehrenamtlich in eine so zeitraubende und anspruchsvolle
Aufgabe einbringen, ist in unserer Zeit eine Seltenheit geworden. Danke allen, die
uns Zuschauern dieses Erlebnis möglich gemacht haben. Wir sind auf Empfehlung von
Freunden extra aus dem Emsland für diesen Abend nach Mülheim gefahren und
haben es keine Minute bereut.     
Mit freundlichen Grüßen
Familie Eckhard Kupfer aus der Nähe von Lingen/Ems


Lieber Herr Pfarrer,
ich möchte mich ganz herzlich für ALLES bedanken.  Am Samstag, auf der Fahrt zur Parkplatzsuche fing es schon an.  Ein sehr höflicher und die Lage verstehender Mann war gleich zur Hilfe parat.  Das war schon ein guter Beginn.  Auch das Personal im Kirchenbereich war sehr aufgeweckt und sehr hilfreich.  Einfach eine sehr durchdachte und sehr gut umgesetzte Planung!  Das Musical "Nikolaus Groß" hat mich sehr überzeugt!  Was da mit einfachen technischen Mitteln bewirkt wurde, hat eine Evidenz, die ihresgleichen sucht. Darüber hinaus waren die "Schauspieler" für mich persönlich keine Laien! Sie wirkten auf mich sehr professionell!  Da waren auch Sängerinnen und änger dabei, die ohne Weiteres auch in einer "anderen Liga"singen könnten. Insbesondere fielen mir da die kleine Blonde auf, die am Anfang und am Ende sang. Des Weiteren auch die "Frau von Nikolaus Groß"...Kurz um, es war ein ganz toller Abend,  ich habe ihn sehr genossen!
Ihr Manfred Wrobel


Lieber Herr Pfarrer v. Schwartzenberg,

als Mitglied der Autoren-Plattform Manfred Wrobel hatte ich die große Freude das eindrucksvolle Musical gestern erleben zu dürfen.

Sehr herzlich möchte ich mich dafür bedanken, dass wir gestern Abend in der Kirche St. Barbara zu Gast sein, und das Nikolaus-Groß Musical erleben durften.
Es war ein unglaubliches Erlebnis, dass gewaltig und aufrüttelnd, erschütternd, und grandios war, und unter die Haut gegangen ist. Ich hatte keine rechte Vorstellung davon, wie es möglich wäre das so großartig und beeindruckend umzusetzen, aber es hat alle meine Erwartungen weit übertroffen. Es hat den Eindruck vermittelt als sei man selbst mitten im Geschehen. Mich hat es sehr bewegt und tief ergriffen.
Bestimmt war es nicht das letzte Mal dass ich es mir angeschaut und Texte und Handlung verinnerlicht habe.

Ich spüre eine große Dankbarkeit, und möchte ihr hier etwas Ausdruck verleihen.
Schon die Lesungen in der Auferstehungskirche waren ganz besondere Erlebnisse, und ich habe viel von dort mitgenommen. Dieses Gotteshaus ist etwas ganz Besonderes, mehr und mehr wurde es zu einem Stückchen vertrauter Heimat, die man im Herzen spürt und auch etwas davon dort lässt - und immer wieder gern zurückkehrt.
Bei jeder neuen Vorbereitung konnte ich spüren, wie sehr mich das Thema Leben und Tod auf neue Spuren und Gedanken brachte, ich mich mehr damit auseinander setzte, mich inspirierte und faszinierte zugleich. Wir durften dort lesen, aber Sie haben uns damit auch reich beschenkt.

Ich bedanke mich sehr herzlich für alles, gratuliere Ihnen auch hier noch recht herzlich zu Ihrem 40-jährigen Priesterjubiläum, und dem beeindruckenden Werk gestern.
Gottes Segen möge Sie weiterhin auf allen Wegen begleiten und Kraft  geben.
Danke mit herzlichen Grüßen auch im Namen meines Mannes,

Evelyn Goßmann



Liebe Mitwirkende, besondes an den Leiter der Inszenierung,

gestern Abend sah ich Ihre Aufführung in der Kirche Sankt Barbara. Ich habe mich über die Einladung sehr gefreut und war gespannt und auch etwas skeptisch, weil ich Laientheater eigentlich nicht anschaue. Allerdings hat mich diese Aufführung sehr beeindruckt. Es war eine schöne Mischung von sehr professionell und anrührend schlicht. Dazu dieser moderne Kirchenraum. Ich möchte ihn mir gerne noch einmal bei Tageslicht anschauen.

Jetzt zu meinem eigentlichen Anliegen: Es ist für mich schwer zu ertragen, die Internationale, das Horst-Wessel-Lied und Schuberts`"Wohin soll ich mich wenden?" in fast identischer Aufstellung auf der Bühne (Altarraum) präsentiert zu bekommen. Sicher ist es übertrieben zu sagen "Gleicher Platz, gleiche Botschaft ", aber ganz falsch ist es auch nicht. Das war mir zu viel Reihung und im Fall des Horst-Wessel-Liedes zu wenig Verfremdung. Die Internationale dagegen ist mit ihrer positiven Utopie auch heute noch für mich gut hörbar.
Und damit komme ich zu meinem zweiten Thema: Im Widerstand gegen Hitler haben viele Kommunisten und Sozialdemokraten gearbeitet und sind für ihre Überzeugung verfolgt und ermordet worden. Hier hätte ich mir eine kleine Würdigung anstelle der großen ideologischen Abgrenzung gewünscht. Historisch gesehen ist blinder Antikommunismus zwar eine Realität, aber man muss ihn nicht unkommentiert übernehmen. Dass ich mit dieser Einschätzung nicht ganz falsch liege, zeigt mir auch das Begleitheft zum Musical, in dem Karl Marx zwischen Wilhelm II. und Hitler abgebildet ist. Hätten Sie statt dem Foto von Marx eines von Stalin eingesetzt, wäre der Zusammenhang, Politiker menschenverachtender Richtung, deutlich gewesen. Das Barbarische in der Politik mit Elementen der Apokalypse darzustellen, fand ich in Ihrer Inzenierung wirklich großartig, kam mir aber irgendwie bekannt vor. Anderes hat mich an die Berliner Antigone von Hochhut erinnert. Das soll keine Abwertung sein. Ich freue mich über das Wiedererkennen.

Bevor Sie mich jetzt als hartgesottenen Altkommunistin einordnen (Das bin ich nicht. Die einzige K-Gruppe, der ich je angehörte, ist die katholische Kirche.), lesen Sie noch ein bisschen wohlwollend weiter. Ein religiöses Stück in einer Kirche, ein Gedenken und eine Andacht, von Personen mit großem Ernst zelebriert, gespielt, das tranzendiert auch das Leben der Zuschauer für diesen Augenblick und vielleicht auch noch ein Stückchen läger.
Dafür herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Regina Felberbauer

   

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