Hinweis auf die Aufführung in der Essener Grugahalle am 30. September 2001

MUSICAL / Im Vorfeld der Seligsprechung von Nikolaus Groß bringt die Dümptener Gemeinde sein Leben noch einmal auf die Bühne.

Seit drei Jahren beschäftigt sich die Dümptener Kirchengemeinde St. Barbara mit dem Gewerkschafter, Journalisten und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, seinem Leben und seinem Schicksal. Bei einer Fahrt nach Berlin wurde eine Firmgruppe auf den Mann aus dem Ruhrgebiet aufmerksam, der seinen christlich motivierten Widerstand gegen Hitler 1945 mit dem Leben bezahlen musste. Am 23. Januar 1945 war Nikolaus Groß, Vater von sieben Kindern, in Berlin-Plötzensee von den Nazis ermordet worden, weil er Gott und seinem Gewissen folgte und nicht dem Druck der Diktatur. Die "Zeitreise" der Jugendlichen aus St. Barbara hatte Folgen. Leben und Werk von Nikolaus Groß ließen die Gemeinde nicht mehr los. Im Pfarrheim erinnerte eine Ausstellung an ihn und seine Weggefährten im Kampf gegen Hitler. Gemeindepfarrer Manfred von Schwartzenberg und Kirchenmusiker Burkhard Maria Kölsch schrieben und komponierten ein Musical über Nikolaus Groß, das gleich 21-mal aufgeführt wurde und zum Publikumsmagneten wurde.

Gedenktafel erinnert.

Inzwischen trägt ein Weg neben der Kirche am Schildberg seinen Namen. Vor dem 1955 neu errichteten Gotteshaus erinnert seit Mai eine Gedenktafel an den Lebensweg des Nikolaus Groß, der ihn letztlich zu einem modernen christlichen Märtyrer werden ließ. Zwei weitere Gedenktafeln, die an einem Stahlkreuz befestigt sind, erinnern dort an seine Mitstreiter im Kampf gegen das faschistische Deutschland: den in Heißen geborenen Monsignore Dr. Otto Müller und Bernhard Letterhaus. Alle drei zählten in den 30er Jahren zu den führenden Köpfe der katholischen Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet. Sie traten damit engagiert für die Rechte der arbeitenden Bevölkerung ein, die die Mehrheit der Ende des 19. Jahrhunderts für die Arbeiter-Seelsorge gegründete Dümptener Gemeinde St. Barbara ausmachten. Wenn der Märtyrer Nikolaus Groß, als erster Bürger aus dem heutigen Ruhrbistum Essen, am 7. Oktober von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen wird, ist das auch für die rund 7500 Gemeindemitglieder von St. Barbara ein Grund zur Freude. Diese Freude wollen rund 200 von Ihnen ausdrücken, indem sie als eingespieltes Ensemble noch einmal ihr Nikolaus Groß Musical aufführen. Dieses Groß-Ereignis im Vorfeld der Seligsprechung von Nikolaus Groß soll als offizielle Veranstaltung des Ruhrbistums am 30. September in der Essener Gruga-Halle über die Bühne gehen. Erwartet werden zwischen 5000 und 8000 Zuschauer. Geprobt wird bereits ab Mitte August, wenn die Sommerferien wieder zu Ende sind. Karten gibt es für fünf Mark im Pfarrbüro von St. Barbara am Schildberg 84 (Telefon 71313) oder im Katholischen Stadthaus auf dem Kirchenhügel an der Althofstraße. In kleinerem, aber dafür nicht weniger würdigem Rahmen, will das 200-köpfige Gemeindeensemble aus Dümpten sein Nikolaus-Groß-Musical dann noch einmal am 25. und 26. Januar 2002 in der den NS-Opfer geweihten Kirche Maria Regina Martyrium in Berlin aufführen.

THOMAS EMONS