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Zahlreiche Gemeindemitglieder kamen zur Weihe des Wegkreuzes, das an den Märtyrertod von Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus und Dr. Otto Müller erinnert. NRZ-Foto: Pickartz

Ein Wegkreuz erinnert an Opfer der NS-Diktatur

Seit Sonntag erinnert ein Wegkreuz vor der Sankt Barbara-Kirche in Dümpten an die Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus und Dr. Otto Müller. Bei der feierlichen Einweihung der Gedenktafeln würdigte Stadtdechant Manfred von Schwartzenberg das Engagement der katholischen Arbeiterführer. Anlass für den Festgottesdienst zur Weihe des Stahlkreuzes mit den Portraits der Märtyrer waren die bevorstehende Seligsprechung von Nikolaus Groß und der 110. Jahrestag der Sozialenzyklika Rerum Novarum.

Die Enzyklika, Grundlage der katholischen Soziallehre, hatte Groß, Letterhaus und Müller zu ihrem Kampf gegen die NS-Herrschaft angeregt. Ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit war für die unter den schlechten Lebensbedingungen leidende Arbeiterschaft Dümptens von großer Bedeutung. Begleitet wurde die Aufstellung der Tafeln von Bannerabordnungen aus Mülheim, Oberhausen und Duisburg. Dechant und Gemeindepfarrer von Schwartzenberg würdigte Nikolaus Groß als "engagierten Mitbürger und unbestechlichen Zeitzeugen". Seine Seligsprechung sei "ein Zeichen für viele". Das Kreuz mit den Portraits der Regimegegner aus Mülheim und

Oberhausen wurde von Nikolaus Groß jüngstem Sohn Bernhard geweiht. "Das ist ein toller Abschluss, nach dem, was die Gemeinde alles geleistet hat", freute sich der Diakon. Für ihn sei es eine "große Gnade" die Seligsprechung seines Vaters, eines Laien aus der Arbeiterschaft, mitzuerleben. Die Gedenktafel ist nach dem Musical "Nikolaus Groß" und der Benennung eines Weges nach dem 1945 ermordeten Märtyrer das dritte Zeichen, das die katholische Gemeinde zu Ehren von Groß und seiner Mitstreiter setzte. Es solle das Schicksal der drei Arbeiterkämpfer deutlich sichtbar machen und zeigen, wohin Rechtsradikalismus führen kann, fasste Bernhard Groß zusammen.

anki