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Foto:Wojciech Brzeska
Ein feierlicher Gottesdienst, an dem auch Bannerabordnungen der KAB aus Mülheim, Oberhausen und Duisburg teilnahmen, ging der Einweihung voraus
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Foto:Wojciech Brzeska
Nach dem Gottesdienst wurden die Tafeln in einer Prozession zum Kreuz getragen.
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Foto:Wojciech Brzeska
Darsteller des Musicals trugen rote Rosen,die sie am Denkmal niederlegten
Wilfried Wanners für Dr. Otto Müller,
Ralf Bütefür für Bernhard Letterhaus,
Tim Timmer für Nikolaus Groß.
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Foto:Wojciech Brzeska
Bernhard Groß, der 1999 in Münster zum Diakon geweiht wurde, segnete das Gedenkkreuz.
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Immer wieder schmücken Blumen das Mahnmal
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Großer Auftritt für Sankt Barbara
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STADTTEIL-ZEITUNG DÜMPTEN / STYRUM / HEISSEN / WINKHAUSEN
NRZ vom Donnerstag 8. August 2001
Großer Auftritt für Sankt Barbara
MUSICAL / Im Vorfeld der Seligsprechung von Nikolaus Groß bringt die Dümptener Gemeinde sein Leben noch einmal auf die Bühne.
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THOMAS EMONS
Seit drei Jahren beschäftigt sich die Dümptener Kirchengemeinde St. Barbara mit dem Gewerkschafter, Journalisten und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, seinem Leben und seinem Schicksal. Bei einer Fahrt nach Berlin wurde eine Firmgruppe auf den Mann aus dem Ruhrgebiet aufmerksam, der seinen christlich motivierten Widerstand gegen Hitler 1945 mit dem Leben bezahlen musste.
Am 23. Januar 1945 war Nikolaus Groß, Vater von sieben Kindern, in Berlin-Plötzensee von den Nazis ermordet worden, weil er Gott und seinem Gewissen folgte und nicht dem Druck der Diktatur. Die "Zeitreise" der Jugendlichen aus St. Barbara hatte Folgen. Leben und Werk von Nikolaus Groß ließen die Gemeinde nicht mehr los. Im Pfarrheim erinnerte eine Ausstellung an ihn und seine Weggefährten im Kampf gegen Hitler. Gemeindepfarrer Manfred von Schwartzenberg und Kirchenmusiker Burkard Maria Kölsch schrieben und komponierten ein Musical über Nikolaus Groß, das gleich 21 mal aufgeführt wurde und zum Publikumsmagneten wurde.
Gedenktafel erinnert
Inzwischen trägt ein Weg neben der Kirche am Schildberg seinen Namen. Vor dem 1955 neu errichteten Gotteshaus erinnert seit Mai eine Gedenktafel an den Lebensweg des Nikolaus Groß, der ihn letztlich zu einem modernen christlichen Märtyrer werden ließ. Zwei weitere Gedenktafeln, die an einem Stahlkreuz befestigt sind, erinnern dort an seine Mitstreiter im Kampf gegen das faschistische Deutschland: den in Heißen geborenen Monsignore Dr. Otto Müller und Bernhard Letterhaus. Alle drei zählten in den 30er Jahren zu den führenden Köpfe der katholischen Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet. Sie traten damit engagiert für die Rechte der arbeitenden Bevölkerung ein, die die Mehrheit der Ende des 19. Jahrhunderts für die Arbeiter-Seelsorge gegründete Dümptener Gemeinde St. Barbara ausmachten.
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Wenn der Märtyrer Nikolaus Groß, als erster Bürger aus dem heutigen Ruhrbistum Essen, am 7. Oktober von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen wird, ist das auch für die rund 7500 Gemeindemitglieder von St. Barbara ein Grund zur Freude.
Diese Freude wollen rund 200 von Ihnen ausdrücken, indem sie als eingespieltes Ensemble noch einmal ihr Nikolaus Groß Musical aufführen. Dieses Groß-Ereignis im Vorfeld der Seligsprechung von Nikolaus Groß soll als offizielle Veranstaltung des Ruhrbistums am 30. September in der Essener Gruga-Halle über die Bühne gehen. Erwartet werden zwischen 5000 und 8000 Zuschauer. Geprobt wird bereits ab Mitte August, wenn die Sommerferien wieder zu Ende sind.
Karten gibt es für fünf Mark im Pfarrbüro von St. Barbara am Schildberg 84 (Telefon 71313) oder im Katholischen Stadthaus auf dem Kirchenhügel an der Althofstraße. In kleinerem, aber dafür nicht weniger würdigem Rahmen, will das 200-köpfige Gemeindeensemble aus Dümpten sein Nikolaus-Groß-Musical dann noch einmal am 25. und 26. Januar 2002 in der den NS-Opfer geweihten Kirche Maria Regina Martyrum in Berlin aufführen.
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ZUR PERSON VON NIKOLAUS GROß (1897 - 1945)
Der in Hattingen geborene Vater von sieben Kindern arbeitete zunächst
unter anderem als Bergmann, bevor er ab 1920 zu einem der führenden Köpfe der
katholischen Arbeitnehmerbewegung im Westen Deutschlands wurde. 1927 übernahm
Groß die Chefredaktion der Westdeutschen Arbeiterzeitung und blieb auch, nachdem
Hitler 1933 an die Macht gelangt war, weiter politisch und religiös aktiv.
Aufgrund seiner Verbindungen zu den Männern des 20. Juli wurde Nikolaus Groß
nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler im Sommer 1944 verhaftet und von den
Nazis im Januar 1945 in Berlin-Plötzensee
ermordet. |
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Ein Wegkreuz erinnert an Opfer der NS-Diktatur
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Zahlreiche Gemeindemitglieder kamen zur Weihe des Wegkreuzes, das an den Märtyrertod von Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus und Dr. Otto Müller erinnert. NRZ-Foto: Pickartz
Ein Wegkreuz erinnert an Opfer der NS-Diktatur
Seit Sonntag erinnert ein Wegkreuz vor der Sankt Barbara-Kirche in Dümpten an die Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus und Dr. Otto Müller. Bei der feierlichen Einweihung der Gedenktafeln würdigte Stadtdechant Manfred von Schwartzenberg das Engagement der katholischen Arbeiterführer. Anlass für den Festgottesdienst zur Weihe des Stahlkreuzes mit den Portraits der Märtyrer waren die bevorstehende Seligsprechung von Nikolaus Groß und der 110. Jahrestag der Sozialenzyklika Rerum Novarum.
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Die Enzyklika, Grundlage der katholischen Soziallehre, hatte Groß, Letterhaus und Müller zu ihrem Kampf gegen die NS-Herrschaft angeregt. Ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit war für die unter den schlechten Lebensbedingungen leidende Arbeiterschaft Dümptens von großer Bedeutung. Begleitet wurde die Aufstellung der Tafeln von Bannerabordnungen aus Mülheim, Oberhausen und Duisburg. Dechant und Gemeindepfarrer von Schwartzenberg würdigte Nikolaus Groß als "engagierten Mitbürger und unbestechlichen Zeitzeugen". Seine Seligsprechung sei "ein Zeichen für viele". Das Kreuz mit den Portraits der Regimegegner aus Mülheim und |
Oberhausen wurde von Nikolaus Groß jüngstem Sohn Bernhard geweiht. "Das ist ein toller Abschluss, nach dem, was die Gemeinde alles geleistet hat", freute sich der Diakon. Für ihn sei es eine "große Gnade" die Seligsprechung seines Vaters, eines Laien aus der Arbeiterschaft, mitzuerleben. Die Gedenktafel ist nach dem Musical "Nikolaus Groß" und der Benennung eines Weges nach dem 1945 ermordeten Märtyrer das dritte Zeichen, das die katholische Gemeinde zu Ehren von Groß und seiner Mitstreiter setzte. Es solle das Schicksal der drei Arbeiterkämpfer deutlich sichtbar machen und zeigen, wohin Rechtsradikalismus führen kann, fasste Bernhard Groß zusammen.
anki
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WAZ vom 15. Mai 2001, Lokalausgabe Mülheim an der Ruhr
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Direkt neben dem Gehweg stellte die katholische Gemeinde St. Barbara die Tafeln am Sonntag auf. Stadtdechant Manfred von Schwartzenberg erinnerte an die Märtyrer. WAZ-Bild: E. Harbecke
Gemeinde hält die Erinnerung an Widerstandskämpfer wach
Feierlich eingeweiht wurden am Sonntag vor dem Kirchplatz der katholischen Pfarrgemeinde St. Barbara am Schildberg drei Gedenktafeln, die an das Leben und Wirken der Widerstandskämpfer und Märtyrer Nikolaus Groß, Dr. Otto Müller und Bernhard Letterhaus erinnern.
Nach der Heiligen Messe zur Einweihung des Wegkreuzes zog die Gemeinde mit den drei Gedenktafeln zum Kirchenvorplatz, befestigte die Tafeln und legte rote Rosen nieder. Es war kein Zufall, daß auch Tim Timmer, der Hauptdarsteller im Nikolaus-Groß-Musical, ans Mikrophon trat und vom Wirken der Märtyrer berichtete.
Für Bernhard Groß, den Sohn von Nikolaus Groß, war es eine große Ehre, die Tafeln mit Weihwasser einweihen zu dürfen. "Das ist ein sehr bedeutungsvoller Tag für mich und meine Geschwister. Ich freue mich sehr über das Engagement der Gemeinde und hoffe, dass die Tafeln die vorbeigehenden Menschen darauf aufmerksam machen, wohin der wiederaufkeimende Rechtsradikalismus führen kann", mahnte Bernhard Groß.
Im Oktober wird Nikolaus Groß in Rom seliggesprochen. "Das ist ein Zeichen - einer für alle", betonte Stadtdechant Manfred von Schwartzenberg.
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