
Musical über Nazi-Opfer
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Nikolaus Groß zu Ehren (aus der WAZ Mülheim vom 14. März 1998)Der 1945 von den Nazis hingerichtete Arbeiterführer und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß würde am 30. September 100 Jahre alt.In Dümpten wird er gleich doppelt geehrt: mit einem nach ihm benannten Weg und einem Musical über sein Wirken, das an seinem Geburtstag uraufgeführt wird. Groß, der als Bergmann im Ruhrgebiet arbeitete, war seit den 20er Jahren für die katholische Arbeiterbewegung aktiv und beteiligte sich am Widerstand gegen das NS-Regime. Dass er, seine Frau und seine sieben Kinder bedroht wurden, schüchterte den Gründer der Westdeutschen Arbeiter-Zeitung nicht ein. "Wenn wir nicht unser Leben einsetzen, wie können wir dann vor Gott und unserem Gewissen bestehen?" In St. Barbara ist das ganze Jahr über eine Ausstellung zum Widerstand im Dritten Reich zu sehen, und diese Pfarre ist es auch, in der das Musical "Nikolaus Groß" entsteht: Pfarrer Manfred von Schwartzenberg schrieb den Text, und Kantor Burkard Kölsch sorgt für den guten Klang. Bei einer Pilotaufführung eines Teils des Musicals war im Dezember der jüngste Sohn des Nazi-Opfers, Bernhard Groß, anwesend und zeigte sich begeistert. Musikalisch ist zwischen Kirchenlied, Tango und Tic-Tac-Toe-Stil alles möglich. "Das Musical verträgt sich trotzdem mit dem Ernst des Themas", so von Schwartzenberg. "Das sind die Leute ja gewohnt. Denken Sie nur an Les Miserables." Vom Kinder- bis zum Kirchenchor ist die Freude am Mitmachen groß. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Feldmann sucht jedoch Sponsoren. "Technik und Kostüme sind nicht billig, für jede Aufführung müssen wir zehn Musiker bezahlen." Nach Groß, dessen Seligsprechung bevorsteht, wird am Mittwoch, 18. März, um 12 Uhr der Stichweg zwischen Schildberg und Helenenstraße benannt. Eine Lichterstafette von Groß' Geburtsort Niederwenigern bis zum Xantener Dom macht am 30. September an St. Barbara Station. H. B. |
Widerstandskämpfer und Musicalheld
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St. Barbara: Aufführung ehrt Nikolaus Groß (aus der NRZ Mülheim vom 19. September 1998)Nikolaus Groß - schon mal von ihm gehört? "Nein", werden jetzt die meisten sagen. Stellt man diese Frage jedoch in der Gemeinde St. Barbara in Mülheim-Dümpten, so wird man wohl ein 99prozentiges "Ja" hören. Der Grund: die Pfarrgemeinde gibt zur Zeit dem Musical "Nikolaus Groß" den letzten Schliff. Der Arbeiterführer und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß war in das mißglückte Hitlerattentat eingeweiht und wurde am 23. Januar 1945 mit neun weiteren Regimegegnern hingerichtet. "Die Idee zu unserem Stück entstand eigentlich schon 1987. Damals besuchte der Papst das Ruhrgebiet und rief dazu auf, die Märtyrer der heutugen Zeit nicht zu vergessen", erzählt Wolfgang Feldmann, der sich um die Finanzen und den Schutz der Urheberrechte des Stückes kümmert. Pfarrer Manfred von Schwartzenberg, Texter und Leiter des Musicals: "Wir wollen unter anderem vor dem wieder aufkommenden Rechtsradikalismus warnen." Bernhard Groß, Sohn von Elisabeth und Nikolaus Groß, unterstützt das Projekt, indem er der Truppe Informationen und Denkanstöße gibt. "Bis jetzt hat mich an allen Aufarbeitungen der Geschichte meines Vaters gestört, dass der Aspekt des Glaubens und des Familienrückhalts zu kurz kam. Hier ist das nicht der Fall", betont Groß. "Mit der Zeit identifiziert man sich immer mehr mit seiner Rolle", meint Tim Timmer. Der 18jährige übernimmt die Rolle des Nikolaus. Die 31jährige Verena Rützel spielt die Elisabeth, die bis zuletzt zu ihrem Mann hält. Burkard Kölsch, musikalischer Leiter, kümmert sich unter anderem darum, dass die Musik individuell ist. Die Melodien sollen auf keinen Fall von bekannten Songs kopiert werden. Parallel zum Musical läuft eine Ausstellung über Nikolaus Groß. Fotografien und Briefe machen sein Leben bis zur Verurteilung nachvollziehbar. Genau 100 Jahre nach der Geburt von Nikolaus Groß, am 30. September, ist Premiere. Um 19 Uhr öffnen sich im Pfarrsaal St. Barbara, Schildberg 93, die Tore. Elf weitere Aufführungen sollen folgen. Der Eintritt beträgt 25 Mark für Erwachsene, 15 für Kinder. Nähere Informationen: 7 13 13. A.P. |
Kampf gegen die Nazis plastisch dargestellt
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Musical über Nikolaus Groß aus Anlaß des 100. Geburtstages (aus Kirche+Leben vom 27. September 1998)ERDRÜCKEND realistisch wirkte die Szene auf der Bühne: Drei in schwarz gehüllte Todesengel tanzen in abgehackten Bewegungen auf den Rhythmus der Gewehrsalven, die aus Lautsprechern ertönen. Hautnah wirken die Szenen in den Schützengräben. Während im Vordergrund die Engel den Todesreigen tanzen, läuft über eine große Leinwand im Hintergrund das Kriegsgeschehen ab. Der erste Weltkrieg und die darauf folgende Weimarer Republik sind die einleitenden Szenen im Musical über Nikolaus Groß, das aus Anlaß seines 100. Geburtstages am 30. September um 19 Uhr im Pfarrsaal, Schildberg 93, Mülheim-Dümpten, uraufgeführt wird. Doch die Zeitgeschichte ist immer nur erläuternder Rahmen. Im Mittelpunkt stehen das Leben und Sterben des KAB'lers. Die harte Arbeit unter Tage, seine Freundschaft mit Bernhard Letterhaus, seine Ehe mit Elisabeth Koch, seine Kinder, sein Kampf gegen die Nationalsozialisten und am Ende seine Hinrichtung - das sind die Stationen im Leben von Groß, die im Musical in fünf Abschnitten verarbeitet werden. Bis zu 200 Frauen und Männer auf und hinter der Bühnewirken an der Aufführung mit, sei es als Sängerinnen und Sänger, als Beleuchter oder Musiker. Alle engagieren sich ehrenamtlich, um dieses Musical zu Ehren von Groß aufführen zu können. Angeregt hat dieses Musikstück der Pfarrer von St. Barbara, Stadtdechant Manfred von Schwartzenberg, der auch Regie führt. Als er vor sechs Jahren in die Gemeinde kam, lernte er Prälat Kaußen kennen, der auch die Seligsprechung von Groß begleitet. Kaußen erzählte über Groß, und sofort war der Stadtdechant Feuer und Flamme. Auf der Suche, wie man den Glaubenszeugen Groß seiner gemeinde näherbringen und gleichzeitig möglichst viele Kräfte einbinden kann, wurde die Idee eines Musicals geboren. Die Texte schrieb der Rührige Pfarrer selbst, die Musik stammt vom Organisten und Chorleiter Burkard Kölsch. Inspiriert durch andere Musicals hat er jedem Thema (Liebe, Hoffnung, Tod) und jeder Person ein charakteristisches Motiv zugeordnet. Manchmal hat er bekannte Kirchenlieder oder andere Motive wie die »Internationale« verarbeitet. Die meisten Themen sind jedoch von ihm selbst komponiert. Auch die Familie Groß wurde in die Planungen einbezogen. Bernhard Groß ist von den Aktivitäten sehr beeindruckt. »Dass eine Pfarrgemeinde sich über ein Jahr so intensiv mit dem Thema befaßt, ist schon bewundernswert«. J. K. |
Ein persönlicher Dankesbrief
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(an unseren Pastor vom 5. Oktober 1998)Herrn Stadtdechant Manfred von Schwartzenberg Betr.: Musical "Nikolaus Groß" Sehr geehrter Herr Stadtdechant von Schwartzenberg! Am 01. Oktober habe ich, anläßlich der Lichtstafette, das Musical "Nikolaus Groß" erleben dürfen. Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, mich dafür bei Ihnen und Ihrer Gemeinde aufrichtig zu bedanken! Ich war überwältigt und habe mit atemloser Spannung alles verfolgt. Ich muß sagen: Hervorragend! Das ist ein Werk des Hl. Geistes in diesem Jahr des Hl. Geistes! Mit dem Musical wird mir verantwortliches Christsein mit roten Lettern ins Herz geschrieben, so dass es nicht mehr vergessen werden kann! Mein ganzes Leben (Jahrgang 1927) mit meinem mit Gebet groß gewordenen Elternhaus und der Ablehnung des Nazi-Regimes in Worten und Taten, lief vor mir ab. Nochmals: Ich bin tief dankbar, Ihnen und Ihrer Gemeinde! Der KAB bin ich verbunden etwa seit meinem 23. Lebensjahr, als mein Vater als Beamter zur KAB kam. Als politisch interessierter Mensch las ich die Ketteler Wacht von vorne bis hinten und besuchte die Vorträge der KAB - Mit Gründung des Bistums Essen arbeitete ich 11 Jahre in der Diözesan-Leitung der KAB/Frauen (fast nur berufstätige Frauen, heute auch viele Witwen) mit und wurde dann (stets im Büro tätig) Mitglied der KAB. Und nun bin ich ein wenig stolz, die Fußstapfen von Nikolaus Groß begleiten zu dürfen ... Gottes Segen für Sie und Ihre Gemeinde St. Barbara (und natürlich große Besucherzahlen) Ihre Frau Möller |
Musical auf der Erfolgswelle
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Neue Aufführungen des Nikolaus-Groß-Singspiels / Eine Zwischenbilanz (aus dem Ruhrwort Bistum Essen vom 3. April 1999)Ursprünglich waren vier Aufführungen geplant, gedacht für die Firmkatechese der Jugendlichen in St. Barbara, Mülheim-Dümpten. Jedoch bereits nach der Premiere von "Nikolaus Groß" am 30. September 1998 stand das Telefon im Pfarrbüro von St. Barbara nicht mehr still. Die Zwischenbilanz des Musicals zu Ehren des Arbeiters, Journalisten und Widerstandskämpfers aus Niederwenigern heute: 2000 Menschen haben es gesehen, aus den vier Abenden sind 17 geworden, vierzehn sind bereits gelaufen, die übrigen drei sind restlos ausverkauft und... auf der Reserveliste stehen weitere 500 Interessierte. Angesichts dieser Zahlen war den Veranstaltern klar: Ein größerer Vorführungsraum muss her!
"Ich wollte eigentlich Schluß machen", sagt Manfred von Schwartzenberg, Stadtdechant und Pfarrer von St. Barbara, Autor der Texte und Gesamtleiter des Projektes. "Aber die ungebrochene Motivation der Mitwirkenden hat mich ermutigt, weiterzumachen. "Auch die große Nachfrage. Dabei ist sich von Schwartzenberg sicher: Es sei nicht die (schauspielerische) Leistung der rund 200 Mitwirkenden, die so einen Erfolg habe. "Wir sind nicht einmal eine eingespielte Laienspielschar, sondern eine Projektgruppe quer durch die Generationen unserer Gemeinde", erklärt der Pfarrer, fügt aber sofort hinzu: "Alle, die auf, vor und hinter der Bühne agieren, spielen von Herzen, nicht gekonnt, aber eben von Herzen." Gleichwohl ist die eigentliche Ursache, warum "Nikolaus Groß" zum Erfolg wurde, woanders zu suchen: "Das Geheimnis des Erfolges liegt in der Wahrheit der Geschichte, die hier vorgestellt wird", steht für Manfred von Schwartzenberg fest.
Wie soll es nun weitergehen? Nachdem den Veranstaltern klar wurde, dass der Pfarrsaal, wo "Nikolaus Groß" zur Zeit aufgeführt wird, mit seinen 160 Plätzen der Nachfrage nicht gerecht würde, begann die Suche nach anderen
Vorführräumen. Ein stillgelegtes Industriegebiet, eine Zeche vielleicht?
Schließlich nahmen die Organisatoren Kontakt mit der Leitung der Essener BMV-Schule auf. Die dortige Aula böte Platz für rund 500 Besucher... Die Oberin der B.M.V.-Schwestern, die das Musical bereits in Mülheim gesehen hatte, sagte sofort zu. Nun steht fest: Am ersten Augustwochenende 1999 geht das Musical "Nikolaus Groß" mit vier Aufführungen nach Essen. Die genauen Termine der Veranstaltungen in der Aula der B.M.V.-Schule: 6. August, 19 Uhr, 7. August, 19 Uhr, 8. August, 15 und 19 Uhr. Kartenvorbestellungen im Pfarramt, Telefon 0208/71313.
Sind es die letzten Aufführungen? Diese Frage will Wolfgang Feldmann, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Barbara, noch nicht beantworten. Fest steht: Zur Seligsprechung von Groß wird die Gemeinde ihr Musical zu Ehren des Märtyrers unserer Zeit erneut aufführen.
W. B.
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Großer Auftritt für Sankt Barbara
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Hinweis auf die Aufführung in der Essener Grugahalle am 30. September 2001MUSICAL / Im Vorfeld der Seligsprechung von Nikolaus Groß bringt die Dümptener Gemeinde sein Leben noch einmal auf die Bühne.Seit drei Jahren beschäftigt sich die Dümptener Kirchengemeinde St. Barbara mit dem Gewerkschafter, Journalisten und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, seinem Leben und seinem Schicksal. Bei einer Fahrt nach Berlin wurde eine Firmgruppe auf den Mann aus dem Ruhrgebiet aufmerksam, der seinen christlich motivierten Widerstand gegen Hitler 1945 mit dem Leben bezahlen musste. Am 23. Januar 1945 war Nikolaus Groß, Vater von sieben Kindern, in Berlin-Plötzensee von den Nazis ermordet worden, weil er Gott und seinem Gewissen folgte und nicht dem Druck der Diktatur. Die "Zeitreise" der Jugendlichen aus St. Barbara hatte Folgen. Leben und Werk von Nikolaus Groß ließen die Gemeinde nicht mehr los. Im Pfarrheim erinnerte eine Ausstellung an ihn und seine Weggefährten im Kampf gegen Hitler. Gemeindepfarrer Manfred von Schwartzenberg und Kirchenmusiker Burkhard Maria Kölsch schrieben und komponierten ein Musical über Nikolaus Groß, das gleich 21-mal aufgeführt wurde und zum Publikumsmagneten wurde.Gedenktafel erinnertInzwischen trägt ein Weg neben der Kirche am Schildberg seinen Namen. Vor dem 1955 neu errichteten Gotteshaus erinnert seit Mai eine Gedenktafel an den Lebensweg des Nikolaus Groß, der ihn letztlich zu einem modernen christlichen Märtyrer werden ließ. Zwei weitere Gedenktafeln, die an einem Stahlkreuz befestigt sind, erinnern dort an seine Mitstreiter im Kampf gegen das faschistische Deutschland: den in Heißen geborenen Monsignore Dr. Otto Müller und Bernhard Letterhaus. Alle drei zählten in den 30er Jahren zu den führenden Köpfe der katholischen Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet. Sie traten damit engagiert für die Rechte der arbeitenden Bevölkerung ein, die die Mehrheit der Ende des 19. Jahrhunderts für die Arbeiter-Seelsorge gegründete Dümptener Gemeinde St. Barbara ausmachten. Wenn der Märtyrer Nikolaus Groß, als erster Bürger aus dem heutigen Ruhrbistum Essen, am 7. Oktober von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen wird, ist das auch für die rund 7500 Gemeindemitglieder von St. Barbara ein Grund zur Freude. Diese Freude wollen rund 200 von Ihnen ausdrücken, indem sie als eingespieltes Ensemble noch einmal ihr Nikolaus Groß Musical aufführen. Dieses Groß-Ereignis im Vorfeld der Seligsprechung von Nikolaus Groß soll als offizielle Veranstaltung des Ruhrbistums am 30. September in der Essener Gruga-Halle über die Bühne gehen. Erwartet werden zwischen 5000 und 8000 Zuschauer. Geprobt wird bereits ab Mitte August, wenn die Sommerferien wieder zu Ende sind. Karten gibt es für fünf Mark im Pfarrbüro von St. Barbara am Schildberg 84 (Telefon 71313) oder im Katholischen Stadthaus auf dem Kirchenhügel an der Althofstraße. In kleinerem, aber dafür nicht weniger würdigem Rahmen, will das 200-köpfige Gemeindeensemble aus Dümpten sein Nikolaus-Groß-Musical dann noch einmal am 25. und 26. Januar 2002 in der den NS-Opfer geweihten Kirche Maria Regina Martyrium in Berlin aufführen. THOMAS EMONS |
Aus der Firmgruppe: Groß-artig!
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(ein Bericht aus dem Pfarrbrief der Gemeinde Maria Regina Martyrum vom Februar 2002)So könnte man das letzte Wochenende im Januar 2002 bezeichnen! Vom 25.-27. Januar stand unsere Kirche unter dem Motto „Nikolaus Groß – das Musical“. Groß-artig war einfach alles, die beiden Aufführungen des Musicals am Freitag und am Samstag, so wie auch das Hochamt zu Ehren von Nikolaus Groß am Sonntag. Nikolaus Groß, geboren am 30. September 1898 in Niederwenigern, war verheiratet und Vater von sieben Kindern. Er arbeitete in einem Blechwalzwerk und dann als Bergmann unter Tage. Seit 1920 betätigte er sich im Gewerkverein christlicher Bergarbeiter und übernahm 1927 die Schriftleitung der Westdeutschen Arbeiter-Zeitung (später "Ketteler-Wacht"), des Verbandsorgans der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Sein vorbehaltloses soziales Engagement und seine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus waren getragen von einem tiefen Glauben und einem unerschütterlichen Gottvertrauen. Im Gebet fand er die Kraft für seine Tätigkeit und für die unermüdliche Sorge um seine Familie in schwerer Zeit. Wegen seiner Kontakte zu Widerstandskreisen wurde er am 12. August 1944 ins Konzentrationslager Ravensbrück, später in die Strafanstalt Berlin-Tegel eingeliefert und nach einem Prozess vor dein Volksgerichtshof am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Das Musical wurde 1997 von einer Firmgruppe entwickelt und von einer Laienschauspielgruppe in vielen Städten aufgeführt. Die Aufführung in unserer Gemeinde wurde von ihnen selbst als Höhepunkt anerkannt, da Nikolaus Groß in der Nähe unserer Kirche in der Gedenkstätte Plötzensee von Nationalsozialisten hingerichtet worden ist und das Stück aus diesem Grund speziell auf die Aufführung in unserer Kirche zugeschnitten wurde. Altarbild und Marienstatue wurden effektvoll in die Inszenierung integriert. Wir, einige Ministranten und Firmanden, sowie unsere Firmleiter Stefan und Martin waren auch mit dabei und waren begeistert von der Laienaufführung, die laut Stefan „voll professionell“ war. Unser Herr Kardinal Sterzinsky höchstpersönlich war dermaßen angetan von dem Musical, dass er die Darsteller für eine weitere Vorstellung zum Berliner Kirchentag 2003 eingeladen hat. Interessant war die Darstellung des Nationalsozialismus als Skelette, die sich in ritualartigen Tänzen an entscheidenden Stellen über die Bühne bewegten. Besonders unterhaltsam war das Lied „7 unter einem Tisch“ bei dem sich das jüngste Kind ganz frech unter dem Mittagstisch versteckte und noch frecher die Tischdecke mitsamt dem Geschirr ruckartig wegzog und danach rief: „Und das liebste Kind bin ich“. Ebenso interessant und gar nicht ätzend war das Lied „Das find ich ätzend“ (in Anlehnung an ein beliebtes Teenie-Lied einer Popgruppe), bei dem sich die antinationalsozialistisch eingestellten Kinder von Nikolaus Groß und Jugendliche aus der HJ ein freches Wortgefecht liefern, das danach mit Szenenapplaus belohnt wurde. Beeindruckt waren wir, dass die Schauspieler keine Scheu zeigten, Nationalsozialisten überzeugend nachzuahmen oder sogar, was in der Atmosphäre unserer Kirche besonders schockierend und eindrucksvoll wirkte, riesige Banner mit Hakenkreuzen an der Kirchenwand aufzuhängen. Ähnlich wirkten auch die authentischen Aufnahmen von Reden Hitlers, die in das Stück eingebracht wurden. An einer Stelle wurde seine Ansprache von gläubigen Christen, die alle das "Gegrüßet seist du Maria" beteten, vollkommen übertönt. Insgesamt können wir allen, die das Stück noch nicht gesehen haben, nur empfehlen, dieses am Berliner Kirchentag 2003 nachzuholen oder sich die Videokassette im Klosterladen zu kaufen. Wir jedenfalls sind glücklich, dass wir dieses tolle Ereignis nicht verpasst haben. Groß-artig ging’s weiter.....am Sonntag beim Pontifikalamt zu Ehren von Nikolaus Groß. Auch diese Szenerie war beeindruckend: 11 Geistliche, 17 Ministranten (davon zwei aus der Schauspielgruppe, sowie ein ehemaliger Ministrant und eine zukünftige Ministrantin) und ca. 16 Fahnenträger. Aber die Kirche war auch so brechend voll. Die Messe wurde musikalisch von unseren Gästen gestaltet und stellte ein passendes Ende für dieses Groß-artige Wochenende dar. Unser Dank geht auch an diejenigen Gemeindemitglieder, die für die Verpflegung der 250 Gäste an den drei Tagen sowie die Organisation des Aufenthalts gesorgt haben. Ohne sie wäre Vieles nicht möglich gewesen. Julia Stefanski, Sabine Fiech, Weronika Dziwis und Martin Schweda |
Ein Bericht von der Berliner Aufführung
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(an unseren Pastor vom 27. Februar 2002)Nikolaus Groß - Bericht über das Musical in BerlinAm 26.1.2002 wurde in Maria Regina Martyrum in Berlin dieses Musical von einer Laienschauspieler-Gruppe der Pfarrgemeinde St. Barbara in Mühlheim/Ruhr zum 24. Mal aufgeführt. Was die Besucher erlebten, war traumhaft. Eine perfekte Inszenierung einer Andacht, einer Gedenkstunde. Den Hintergrund der Aufführung bildete die riesige Altarwand, die gleichzeitig ein Altarbild ist, das mir persönlich bisher nicht viel sagte. Es wurde von Prof. Georg Meistermann gestaltet und stellt ein Thema aus der Apokalypse dar. Es wirkt chaotisch. In seiner Mitte sind das "Auge des Vaters" sowie, etwas unterhalb, das Lamm zu sehen. Letzteres ein Symbol. Im Blut des Lammes werden die Märtyrer reingewaschen. In einigem Abstand erkennt man dann noch eine braune Sichel, die am Tag der Ernte wütet. Dieses Altarbild beherrschte das ganze Geschehen des Abends und auf es wurden jeweils Dokumentarszenen (oft Filmausschnitte) projiziert, die das Geschehen auf der Bühne bedrückend unterstrichen. Zu Beginn des Aufführung rannte ein kleines Mädchen suchend über die Bühne und rief verzweifelt: "Vaatii, ... Vaati, ... Vaatiii, ... wohin gehst du?" Das Publikum verharrte atemlos. Dann eröffnete eine Lesung aus dem 13. Kapitel der Geheimen Offenbarung des Johannes die Handlung. Es war die Rede von der Macht des Satans, der durch Gewaltherrschaft die Menschheit ins Blutvergießen treibt. Man schreibt das Jahr 1914. Der Weltfriede ist gefährdet. Am 1.8.1914 ruft Kaiser Wilhelm I. vom Balkon seines Schlosses in Berlin den Ersten Weltkrieg aus. Euphorische Stimmung auf Film dokumentarisch festgehalten. "Nun danket alle Gott ..." wird gesungen. Auf der Bühne ein von Kohlestaub geschwärzter Arbeiter. Nikolaus Groß. Er war mit 16 Jahren Schlepper auf der Zeche, später Hauer. Ein längerer Dialog beschreibt seinen Werdegang. Ein Männerchor stimmt das Bergmannslied "Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt . ..." an. 9.11.1918: Der Kaiser dankt ab. Der Marxismus predigt den Klassenkampf, verbreitet den Atheismus und Materialismus und den Kampf gegen Aristokratie und Kirche. Alles wieder mit historischen Filmdokumenten unterlegt. Die "Internationale" wird gesungen und gespielt. Auf der Bühne kurze Diskussionen zwischen Nikolaus Groß und einem Kommunisten. Die weltanschaulichen Gegensätze werden kurz und prägnant sichtbar. N. Groß ist inzwischen Mitglied der Zentrumspartei und glaubt an einen Staat, in dem jeder Stand seinen Platz hat und seine Aufgabe findet und respektiert wird. Er wirkt inzwischen als Gewerkschaftsfunktionär im Ruhrgebiet. Schließlich wird er Journalist an der WAZ (Westdeutsche Arbeiterzeitung) und kämpft gegen die Arbeitslosigkeit und ungerechte Behandlung der Arbeiterschaft. Er wendet sich früh gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Schon 1932 demaskiert er Roland Freisler, der erst Kommunist und bolschewistischer Kommissar war, bevor er zum Nationalsozialismus wechselte. Groß warnt vor ihm, was dieser ihm nie vergessen hat. Die WAZ wird nach 1933 immer wieder verboten und schließlich in Ketteler Wacht umbenannt. Der Rechtsradikalismus wird immer stärker, man sehnt sich nach dem "starken Mann". Am 30.1.1933 ist es soweit. Hitler ergreift die Macht. Schaurig erklingt zu entsprechenden Film- aufnahmen "Die Fahne hoch,..." 1934: Demonstrationen außerhalb nationalsozialistischer Kundgebungen sind verboten. Da organisiert die KAB eine riesige "Glaubensfahrt" nach Mainz zum Grab des Bischofs und Gründers der KAB, Wilhelm Emanuel Freiherr von Ketteler. Über 100 000 Arbeiter aus dem ganzen Reichsgebiet folgen der Einladung. Aus dem Ruhrgebiet bringen die Arbeiter die "Kettelerflamme", die im Kesselhaus einer Zeche entzündet wurde und nun im Dom zu Mainz ständig leuchten soll. Eindrucksvoll wurde diese Szene auf der Bühne dargestellt. Das Gebet der Arbeiter am und im Mainzer Dom wird von den Nationalsozialisten unterbrochen für eine Übertragung einer Hitlerrede zur Rechtfertigung des "Röhmmordes". Doch die Gläubigen beten stattdessen den Rosenkranz, der schließlich die Hitlerrede übertönt. 1943: Im Berliner Sportpalast wird unter fanatischem Jubel der "totale Krieg" ausgerufen. Im Hause des Nikolaus Groß treffen sich Männer aus dem Widerstand, die sich Gedanken über die Zeit nach Hitler machen. Neben Nikolaus Groß, Bernhard Letterhaus und Otto Müller aus dem Verbandsvorstand sind es etliche andere, die sich hier treffen. Am 20.7.1944 warnt Dr. Schulte, ein Geistlicher, Nikolaus Groß und erinnert ihn an seine Familie, für die er Verantwortung trägt. Die Antwort: "Wenn wir nicht unser Leben einsetzen, wie können wir dann vor Gott und unserem Gewissen bestehen?" Am 12.8.1944 wird Nikolaus Groß verhaftet. Seine jüngste Tochter, noch nicht fünf Jahre alt, fragt: "Vati, wohin gehst du?" (Sie sah ihn nie wieder.) Am 30.9.1944 wird N. Groß nach Tegel verlegt (wo ihm der Gefängnisseelsorger "illegal" des öfteren die hl. Kommunion reichen konnte). Am 15.1.1945 wird Nikolaus Groß von Roland Freisler, dem Präsidenten des "Volksgerichtshofes", "wegen Hoch- und Landesverrats" zum Tode verurteilt. - Roland Freisler kam wenig später bei einem Bombenangriff selbst ums Leben. Am 18.1.1945 kann Elisabeth Groß ihren Mann ein letztes Mal im Gefängnis besuchen. Hilfe- und Gnadengesuche (beim Apostolischen Nuntius wie auch beim Justizminister) bleiben erfolglos. Am 23.1.1945 wird Nikolaus Groß in Plötzensee hingerichtet. Dies waren die Stationen, die auf der Bühne und unter Verwendung von Original-Film- und Tondokumenten dargestellt wurden von Schauspielern, die angeblich Laien sein sollten. Es waren alle Altersgruppen dabei vertreten von Kindern bis zu Senioren. Menschen aus dem Volk. Aus dem Ruhrpott. Tänzerinnen in schwarzen Skelett-Kostümen symbolisierten unglaublich gekonnt die apokalyptische Zahl 666, indem sie todbringend die abgrundtiefe dämonische Freude an Menschenverachtung, Hass und Brutalität ausdrückten. Die drei Stunden vergingen wie im Fluge. Die Faszination hielt alle bis zum Schluss in Bann. Viele Besucher, vor allem ältere, bekannten im Gespräch, dass sie zwischenzeitlich immer wieder zutiefst betroffen waren, sich an vergangene Erlebnisse erinnert fühlten, bis zu Tränenausbrüchen kamen. Besucher, die am Vortag schon einmal das Musical gesehen hatten, hatten sich spontan ein zweites Mal das Stück angesehen. Zu Gast waren an diesem Abend auch unser Kardinal, Erzbischof Georg Sterzinsky, der Vertreter Bischof Luthes aus Essen, Prälat Heming, sowie Bernhard Groß, der jüngste Sohn von Nikolaus Groß. Sogar eine 50 Personen starke KAB-Gruppe aus Würzburg ist extra wegen dieses Musicals nach Berlin gekommen! Es sollte die letzte Vorstellung der Laienspielgruppe St. Barbara sein, bevor sie sich auflösen wollte. Doch dann kam es doch wieder anders. Unser Kardinal bat die Gruppe, wegen der großen Aktualität des Themas in der jetzigen Zeit, dieses Musical noch einmal aufzuführen anlässlich des kommenden ökumenischen Kirchentages im Jahre 2003. Am 1.12.1946 schrieb Altkanzler Heinrich Brüning: "Es ist endlich einmal Zeit, dass das deutsche Volk lernt, die Märtyrer einer guten Sache zu ehren. Wenn alle diese Männer in einem anderen Land für ein auch nur annähernd gleichwertiges Ziel gestorben wären, so würden ihnen schon Ehrendenkmäler erstellt oder vielleicht Seligsprechungsverfahren eingeleitet worden sein. Weil das deutsche Volk immer überkritisch gewesen ist, und keinen Mut hat, sich zu aufrechten Männern zu bekennen, ist es schließlich dem Mythos Hitler anheim gefallen. Völker leben nicht allein vom Brot und vom Alltag." Mit diesem "Musical Nikolaus Groß" wurde in der "Gedächtniskirche der deutschen Katholiken zu Ehren der Blutzeugen für Glaubens- und Gewissensfreiheit in den Jahren 1933 bis 1945" diesem Vorschlag eindrucksvoll entsprochen. Vielen Dank euch aus der Pfarrgemeinde St. Barbara, Mülheim/Ruhr K. M., Berlin |
Artikel aus einer Bochumer Lokalzeitung
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![]() Foto: Grosler Furchteinflößende Schattenspiele bekamen die Besucher des Musicals "Nikolaus Groß" am Samstag und Sonntag in der Marienkirche zu sehen. In der visuell eindrucksvollen Inszenierung der Pfarrei St. Barbara aus Mülheim wurde die Lebensgeschichte des aus Niederwenigern stammenden Widerstandskämpfers Nikolaus Groß erzählt. (aus der Bochum Lokalzeitung vom 18. November 2002) |
Die Schatten der Vergangenheit
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Musical "Nikolaus Groß" in der Marienkirche (aus der Bochum Lokalzeitung vom 18. November 2002)Gleich mehrfach durfte am Wochenende in der stillgelegten Marienkirche die Vergangenheit auferstehen: Noch bevor die Pfarrei St. Barbara aus Mülheim das Leben des Wider- standskämpfers Nikolaus Groß in dem gleichnamigen Musical nachzeichnete, läuteten in dem verlassenen Gotteshaus die Glocken. Mancher Anwohner traute in der Nacht zum Samstag seinen Ohren nicht: Kurz nach halb zwölf war bei den Vorbereitungen des Musical-Teams das Kirchenuhrwerk in Gang geraten, und so kam das stillgelegte Geläut unverhofft zu seinem wahrscheinlich letzten Auftritt. Der dürfte für das Musical-Ensemble aus Mülheim noch lange nicht gekommen sein. Die visuell atemberaubende Inszenierung von Manfred von Schwartzenberg, der man den laienhaften Charakter nur bei manchen Gesangseinlagen anmerkte, zog die zahlreich erschienenen Besucher von Anfang an mit furchteinflößenden Schattenspielen in ihren Bann. Erzählt wird die Geschichte des aus Nieder- wenigern stammenden Journalisten und Gewerk- schaftsführers Nikolaus Groß, der als Redakteur der Westdeutschen Arbeiter-Zeitung lange Zeit publizistischen Widerstand gegen Hitler leistete und am 23. Januar 1945 hingerichtet wurde. Insbesondere die Choreographie von Claudia Schäfer und das durch aufwändige Video- projektionen unterstützte Bühnenbild machen die Grausamkeiten des Nationalsozialismus deutlich spürbar. Beispielhaft ist die Inszenierung des Schauprozesses gegen Groß unter der Leitung von Roland Freisler, der als durchgedrehter Richter den Fanatismus und die Sinnlosigkeit des Mordens kurz vor Kriegsende entlarvt. Durch die Betonung der Inhalte und längere Sprechpassagen trägt die Aufführung zum Teil schauspielhafte Züge. Und auch das Team der Pfarrei St. Barbara betrachtet ihr Musical-Projekt eher als „Andacht mit modernen Mitteln“. fv |
Zwei persönliche Dankesbriefe
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(an das Musicalteam vom 28. Januar 2003)An das Team und die Mitwirkenden des Musicals "Nikolaus Groß" Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen zu der wunderbaren (Freitag)-Aufführung des Nikolaus-Groß-Musicals zu gratulieren. Sie werden das ja bestimmt schon öfter gehört haben, aber ich war sehr beeindruckt!! Auch war kaum feststellbar, dass es sich bei den Darstellern um Laien handelt - fast alle waren sehr professionell. Überraschend reibungslos verlief für mich als Zuschauer auch der Auf- und Abgang der jeweiligen Darsteller. Ich gehe davon aus, dass die Aufführung am Sonntag genauso gut war und wünsche Ihnen und dem gesamten Team für Berlin ebenfalls viel Erfolg. Annelen Stegmann Gestern haben meine Frau und ich das Musical besucht. Wir sind mehr als überrascht und erstaunt, wie gekonnt und sicher die Darsteller agiert haben. Für Laiendarsteller eine brilliante Leistung. Wir möchten Ihnen allen daher unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen. dass das Musical sich aus einer Andachtsidee für Firmlinge entwickelt hat, ist Zeugnis für eine lebendige Gemeinde. Umso mehr noch ein Zeugnis dafür, dass Gottes Geist in Ihrer Gemeinde lebendig ist. Eine Frage: Wird es außer in Berlin noch andere Aufführungen geben? Wir wünschen Ihnen weiterhin Energie und Freude. Joseph Böckmann |
Mahnendes Musical bewegte
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(aus der WAZ und NRZ Mülheim vom 30. Januar 2003)Die Gemeindemitglieder von St. Barbara setzten dem katholischen Widerstandskämpfer Nikolaus Groß ein musikalisches Denkmal.Rechtzeitig zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und vor dem 70. Jahrestag der Machtergreifung Hitlers verwandelten rund 150 Mitglieder der Dümptener Gemeinde St. Barbara ihre Kirche am Schildberg in eine Musicalhalle, die bei dieser Gelegenheit ihre ausgezeichnete Akustik unter Beweis stellte. Ergreifend und manchmal sogar bedrückend authentisch setzten die professionellen Laien- darsteller, Bühnentechniker und Musiker das Leben des am 23. Januar 1945 von den Nazis ermordeten und am 7. Oktober 2001 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen katho- lischen Arbeiterführers, Journalisten und Widerstandskämpfers, Nikolaus Groß, in Szene. Bei beiden Musicalaufführungen war die Dümptener Kirche mit jeweils 425 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt. Unter den Gästen war auch der jüngste Sohn von Nikolaus Groß, Diakon Bernhard Groß. (T. E.) |
Damit die Märtyrer unserer Zeit nicht in Vergessenheit geraten
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St. Barbara führt "Nikolaus Groß" beim ökumenischen Kirchentag in Berlin auf (vom Pressereferenten der Mülheimer Stadtkirche Wojcieck Brzeska vom 30. Mai 2003)"Wo ist denn der Bus ´B`?" "In der Mitte, vorne der Bus ´A`, hinten ´C`." "Na, fährt der Opa mit?" "Nein, der muss leider zu Hause bleiben." "Hallo, wie geht es denn?" "Ach, wohl ist mir dabei gar nicht. Mein Mann und mein Sohn alleine zu Hause, und das vier Tage ..." Donnerstag, 29. Mai, 5.45 Uhr. Geschäftiges Treiben herrscht vor der Pfarrkirche St. Barbara in Mülheim-Dümpten. Menschen werden hingebracht, Koffer verladen, Abschiedsworte hier und da. Irren würde, wer annähme, gerade fährt eine Kindergruppe der katholischen Pfarrgemeinde zu einer Freizeit in ein verlängertes Wochenende. Ein guter Beobachter merkt sofort: Außer den Kindern und Jugendlichen sind auch Erwachsene und Senioren dabei. Nein es ist keine Fahrt ins Grüne. Die 150 Reisende gehören zum Team des Nikolaus-Groß-Musicals, das sich gerade auf den Weg in die deutsche Hauptstadt macht. Hier werden Pfarrgemeindemitglieder von St. Barbara ihr Musical zu Ehren des Arbeiterführers, Journalisten, Widerstandskämpfers und Märtyrers anlässlich des ersten Ökumenischen Kirchentages in Berlin vier Mal aufführen. Lange ist es her, als der Vorhang für das Musical, zu dem Pfarrer Manfred von Schwartzenberg die Texte und Kirchenmusiker Burkard Maria Kölsch die Musik geschrieben haben, zum ersten Mal aufging. Seit seiner Premiere im September 1998 haben mehrere tausend Zuschauer in insgesamt 30 Aufführungen das Bühnenwerk gesehen, das in der Person des Nikolaus Groß allen Märtyrern der Nazizeit gewidmet ist. Aufführungen in Mülheim, Essen, Bochum und in der Hauptstadt. Dort hat auch Kardinal Georg Sterzinsky, der Erzbischof von Berlin, 2002 das Musical gesehen und es war ihm sofort klar: Wenn der Ökumenische Kirchentag nach Berlin kommt, muss die Mülheimer Gemeinde ihr Musical nochmals spielen. Der "harte Kern" – etwa 130 Mitwirkende – ist seit der Uraufführung immer noch dabei. Ausgeschieden sind dagegen ältere Darsteller, die aus gesundheitlichen Gründen die Strapazen der Proben und der Reisen nicht mehr auf sich nehmen konnten. Aber auch heute sind im Musical-Team alle Generationen vertreten: von den Jüngsten – Leoni Große und Alisa Kölsch, beide sechs Jahre alt, spielen die Rolle der Leni, der jüngsten Tochter von Nikolaus Groß – bis zum Ältesten, dem 78-jährigen Ernst Katzke, der einen der KAB-Männer darstellt. Und viele Mitwirkende wechseln halt im Laufe der Zeit ihre Rollen, wie zum Beispiel Nadine Vehling, die einst Leni, heute ein BDM-Mädchen spielt. "Der Tisch und die Tischdecke, die Requisiten ... Der Tisch muss auf die andere Seite. So ist es gut, danke." Für vier Tage ist Manfred von Schwartzenberg kein Pfarrer mehr, der Mülheimer Stadtdechant führt Regie. Dank der aufwendigen Technik, die fast schon professionell anmutet, klingt seine Stimme in der Kirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Charlottenburg, wo "Nikolaus Groß" aufgeführt wird, klar und deutlich. Es ist 15.30 Uhr, inzwischen sind alle Mitwirkenden am Ort des Geschehens. Die jüngsten Darsteller proben das Lied "Sieben Kinder und ein Tisch", eine der schönsten und ergreifendsten Szenen des ganzen Musicals – vor allem, wenn man weiß, welches Ende das Naziregime dem Leben von Nikolaus Groß setzen wird. Hier, wo die ganze Familie um den gemeinsamen Tisch versammelt ist, ist die Welt noch heil. "So, sehr schön, die Besetzung I gleich noch einmal das selbe", der Regisseur von Schwartzenberg ist offensichtlich zufrieden. Kirchenmusiker Kölsch, der das 18-köpfige Orchester dirigiert, allerdings nicht ganz 100-prozentig: "Ihr könnt noch lauter singen" wirft er noch schnell ein, bevor es mit dem Proben weitergeht. Bis zur Aufführung um 20.00 Uhr hat jeder von den Mitwirkenden – ob vor, auf oder hinter der Bühne – noch jede Menge zu erledigen. Und eins steht fest: Vor Mitternacht wird keiner der Mülheimer ins Bett gehen, und auf sind die meisten seit 4.30 Uhr. Es ist insgesamt ein Marathon-Programm, das die Leute aus St. Barbara während der vier Tage in Berlin erwartet. Vier Vorstellungen, davon zwei am Freitag. Proben, an der Licht- und Ton-Technik feilen, Unvorhersehbares managen und erledigen. Von dem sonstigen Kirchentag-Programm wird das Musical-Team wenig mitbekommen, höchstens am Samstag, vor der Aufführung um 20.00 Uhr. Wenn die Kräfte noch reichen ... Wofür das ganze, wofür die Anstrengungen, wofür die finanziellen Ausgaben – alle Mitwirkenden aus St. Barbara mussten einen nicht kleinen Beitrag für die Busfahrt und das Hotel leisten ... Nicht wegen der Berühmtheit – bekannt ist das Musical von St. Barbara in der Tat über die Grenzen Mülheims hinaus –, nicht wegen der Reisen, berichten die meisten. "Das Geheimnis des Erfolges, das Geheimnis, warum so viele so lange schon mitmachen, liegt in der Wahrheit der Geschichte, die wir in unserem Musical zeigen", schildert Pfarrer von Schwartzenberg.
19.30 Uhr. Maria Regina füllt sich langsam mit Zuschauern. Da kommen 35 Firmkandidaten aus Hannoversch-Münden, ein junges Ehepaar aus München, da kommt die Schwester Bärbel aus Selbitz. Eine jungen Frau aus Ostfriesland will sich die Aufführung auch anschauen. Viele haben bereits von Nikolaus Groß gehört, dem ersten Seligen des Bistums Essen. Einigen ist auch das Musical ein Begriff. Aber es gibt auch Zuschauer – wie die zwei 14-jährigen Mädchen aus Berlin –, die mit Nikolaus Groß, seinem Leben und seinem Werk wenig anzufangen wissen.
Es ist 20.00 Uhr, die Kirche ist bis auf wenige freie Plätze voll. Die Vorstellung beginnt. Und wieder begrüßt Manfred von Schwartzenberg die rund 300 Zuschauer, führt kurz in das Musical ein. Und wieder wünscht er dem Publikum "kein Vergnügen und schon gar nicht gute Unterhaltung" – dafür ist die Thematik zu ernst und die Geschehnisse jener Zeit zu düster –, sondern eine besinnliche Teilnahme an einer "besonderen Andacht mit modernen Mitteln". Und wieder erschaudern die Zuschauer vor der Darbietung der sechs schwarz gekleideten Tänzerinnen, der 666, die das Böse mimen. Und wieder werden die Szenen "Prügellied" und "Sieben Kinder und ein Tisch" von stürmischem Applaus gekrönt. Und wieder gibt es die eine und die andere Träne in den Augen der Zuschauer und stehenden Applaus nach der Aufführung. Für die Darsteller und die Mitwirkenden. Und wohl auch für Nikolaus Groß – damit die Märtyrer unserer Zeit nicht in Vergessenheit geraten ...
Wojcieck Brzeska
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Fax eines Besuchers
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(an die Pfarre St. Barbara vom 28. Januar 2006)Hallo! Großes Kompliment, die Aufführung des Nikolaus-Groß-Musicals gestern war eine rundum starke Leistung: Die Handlung war unkompliziert, daher sehr gut verständlich. Eine hohe Spannung wurde durch die geschickten Überleitungen, Einzug einiger Gruppen von hinten oder auch einfach durch unangekündigten qualitativ guten Gesang erzielt. Die Monologe/Dialoge waren nicht zu lang, so dass meiner Meinung nach dadurch auch eine besonders große Wirkung erzielt wurde. Die Harmonie zwischen dem Spiel auf der Bühne mit der Ton-, Licht- und Bildtechnik war sehr professionell. Ein Lob auch an das geniale Orchester. Auch wenn ich damals nicht live dabei war, bekomme ich doch einen erschreckend reellen Eindruck: Der Konflikt zwischen dem Glauben und dem Nationalsozialismus wurde z. B. beim Lied der Groß-Kinder gegen die Hitlerjugend ("Einfach super") oder auch die Unterbrechung der Glaubensfeier durch die Hitlerrede besonders deutlich. Auch der immer wiederkehrende Tanz der schwarzen Gestalten spiegelte die ständig zunehmende Bedrohung gut wieder und zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück. Beeindruckend die große Anzahl an Mitwirkenden von jung bis alt. Die Wirkung der Gemeinde-Lieder, die man normal durchs Mitsingen kennt, nahm ich als Gesangsvortrag wesentlich bewusster wahr. Sehr geschickt fand ich die Einbeziehung des Publikums bei den Festreden. Durch die gründliche Beschreibung der Handlung und eindrucksvollen Fotos auf der Internetseite bekam ich im Vorfeld schon einen guten Eindruck, was in etwa mich erwartet. Noch einmal ein dickes Lob an ALLE Beteiligten, der Weg aus dem Sauerland nach Dümpten hat sich gelohnt. Gutes Gelingen für die weiteren Veranstaltungen wünscht Bert Hobert |
Musical über Nazi-Opfer